3:1 gegen Frankfurt : Hertha: Der Spuk ist vorbei

Hertha BSC baut die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga aus. Patrick Eberts Tor bringt Hertha gegen den FSV Frankfurt zurück ins Spiel, die Berliner gewinnen mit 3:1.

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Der Berliner Patrick Ebert jubelt nach seinem Treffer gegen Frankfurt.
Der Berliner Patrick Ebert jubelt nach seinem Treffer gegen Frankfurt.Foto: dpa

Ganz am Ende, als das Spiel schon zu Ungunsten der Berliner zu kippen drohte, war es mal wieder der Fuß von Raffael, der dem sich anbahnenden Spuk im Olympiastadion ein Ende setzte. Die Gäste vom FSV Frankfurt drängten vehement auf den Ausgleich, als Herthas Spielmacher vor 32 401 Zuschauern aus Nahdistanz das Tor zum 3:1 (2:1)-Sieg erzielte und damit Herthas Aufstiegsambitionen untermauerte. Dabei stand Raffael gestern zu Beginn des Spiels gar nicht auf dem Feld. Er wurde erst spät eingewechselt und half noch ein wenig, den kleinen Fluch zu besiegen, wonach Hertha im eigenen Stadion nicht mehr gewinnen kann.

Herthas Trainer Markus Babbel hatte jener Mannschaft sein Vertrauen geschenkt, die vor einer Woche einen grandiosen 5:0-Sieg in Aachen gefeiert hatte. Das bedeutete, dass der inzwischen wieder genesene Raffael auf der Ersatzbank Platz nahm. Vielleicht wollte Babbel nicht leichtfertig eine erneute Verletzung des Brasilianers riskieren, oder aber jene Stabilität in der defensiven Zentrale erhalten, die die Mannschaft gerade in den jüngsten Heimspielen nicht aufzubieten wusste. Hinzu kam die Frage, wie Herthas Torwart Maikel Aerts reagieren würde, wo er doch im vergangenen Heimspiel gegen Cottbus vom eigenen Anhang ausgepfiffen worden war.

Aerts verlor in der Frühphase des Duells mit dem FSV einen Luftkampf gegen Aziz Bouhaddouz auf Höhe des Fünfmeterraums, weshalb der Ball irgendwo in der Nähe von Sascha Mölders landete. Der Frankfurter Torjäger erzielte mit einem sehenswerten Fallrückzieher das 1:0 für die Gäste.

Nicht wenige im Stadion dürften sich in diesen Momenten an die Heimspiele gegen den 1. FC Union und Cottbus erinnert gefühlt haben, in denen Hertha keine gute Figur abgegeben. Doch dieses Mal setzten die Gastgeber Aggressivität und Engagement entgegen. Allen voran in der Person Patrick Eberts, der einen von Torwart Aerts eingeleiteten Konter zum 1:1 nutzte. Nikita Rukavytsya hatte ihn vom linken Flügel bedient. Ebert nahm den Ball direkt und erzielte mit seinem schwächeren linken Fuß das 1:1. Was für ein Jubel, Ebert drehte eine halbe Ehrenrunde. Es war nach langer Verletzungszeit erst sein zweites Saisonspiel von Beginn an und dann dieses herrliche, und noch so wichtige Tor. „Ich habe das Gefühl, dass wir erst mal einen rein kriegen müssen, um wach zu sein“, sagte Ebert nach dem Spiel.

Patrick Ebert hatte seine Mannschaft an diesem Abend zurück ins Spiel gebracht. Nach dem Ausgleich ließ Hertha jedenfalls nicht mehr locker. Nach einer guten halben Stunde erzielte Roman Hubnik das 2:1. Herthas Innenverteidiger hatte schon in den beiden vergangenen Heimspielen jeweils ein Tor erzielt.

Doch unerklärlicherweise starteten die Berliner auch den zweiten Abschnitt erneut wackelig. Die Frankfurter, die ihre zurückliegenden vier Auswärtsspiele in Serie verloren haben, stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Den Berlinern fehlten zwanzig Minuten lang eine Linie und damit auch die Chancen.

Markus Babbel nahm schließlich den entscheidenden personellen Wechsel vor. Für Niemeyer kam nach einer Stunde Raffael ins Spiel, dessen Impulse die Mannschaft jetzt gut gebrauchen konnte. Kurz darauf verließ auch Christian Lell mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss das Feld. Zuvor war er derjenige Herthaner, der in dieser Saison nicht eine Spielminute gefehlt hatte. Für Lell kam Christoph Janker. In jener Phase waren die Gäste aus Frankfurt das bessere Team. Doch mit etwas Glück überstanden die Berliner diese Druckperiode. Dann bereitete Raffael dem Treiben der kessen Frankfurter ein Ende.

Patrick Ebert ging hinterher noch einmal in die Kurve zu den Hertha-Fans, die ihn feierten: „Ich werde den Abend heute auf der Couch ausklingen lassen“, sagte er. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Ruhiger bin.“

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