• 3:2 im ersten Halbfinale bei RB München: Die Eisbären Berlin haben Nerven aus Stahl

3:2 im ersten Halbfinale bei RB München : Die Eisbären Berlin haben Nerven aus Stahl

Die Eisbären gewinnen zum Auftakt des Halbfinals beim EHC München mit 3:2 in der zweiten Verlängerung. André Rankel gelingt in der 85. Minute der Siegtreffer.

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André Rankel erzielte erst den Ausgleich und später das Siegtor für Berlin.
André Rankel erzielte erst den Ausgleich und später das Siegtor für Berlin.Foto: Buthmann/Imago

Rost an den Kufen oder Müdigkeit in den Beinen? Das war die Frage vor dem ersten Halbfinale am Freitagabend zwischen dem EHC München und den Eisbären Berlin. Zehn Tage waren seit dem letzten Spiel des Deutschen Meisters vergangen, das Team von Uwe Krupp hingegen hatte eine kräftezehrende Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim in den Knochen und insgesamt in den Play-offs fast 400 Minuten länger auf dem Eis gestanden als die Bayern. Am Ende spielte weder das eine noch das andere wirklich eine Rolle, zwischen dem Vorrundensieger und dem -achten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem sich am Ende die Berliner mit 3:2 in der zweiten Verlängerung (0:0, 2:2, 0:0, 0:0, 1:0) durchsetzten und in der Best-of-7-Serie damit 1:0 führen.

Die Eisbären hatten in der Hauptrunde noch alle vier Spiele gegen das Team ihres früheren Meistertrainers Don Jackson verloren, obwohl sie immer in Führung gegangen waren. Auch diesmal waren die Berliner zunächst die bessere Mannschaft, bei gleicher Personalanzahl auf dem Eis erspielten sie sich leichte Vorteile im ersten Drittel. Jamie MacQueen kam dem 1:0 am nächsten, nach seinem Schuss hätte Münchens Torwart Danny aus den Birken den Puck fast über die eigene Schulter ins Tor kullern lassen.

Dass MacQueen bei den Eisbären nach seiner jüngsten Sperre wieder auflaufen würde, war klar. Der Ausfall von Louis-Marc Aubry war hingegen nicht geplant, der Kanadier hatte am Donnerstag schon im Training gefehlt und wurde nicht mehr rechtzeitig fit. So stand Barry Tallackson erneut im Kader, der lange verschmähte US-Stürmer hatte am Dienstag in Mannheim bei seinem Comeback den wichtigen 1:1-Ausgleich erzielt.

Die Eisbären wirkten kein bisschen müde

Wirklich in Gefahr gerieten die Berliner im ersten Drittel vor im mit 6142 Zuschauern ausverkauftem Olympia-Eissportzentrum von München nur in Unterzahl, hier deuteten die Bayern ihre Fähigkeiten an – mehr zunächst aber auch nicht. „Wir haben das ganz gut gemacht, aber es steht leider noch 0:0“, sagte Florian Busch nach 20 Minuten im Interview bei Telekomeishockey. Das mit dem 0:0 erledigte sich dann aber schnell – allerdings anders als von Busch erhofft. Die Eisbären verschliefen den Start in den zweiten Spielabschnitt komplett und kassierten kurz nach Wiederbeginn das 0:1. Brooks Macek war der Torschütze für die Münchner, die danach am Drücker blieben. Macek gelang etwas später auch noch das 2:0 – in dieser Phase sah es nicht gut aus für Berlin.

Aber die Eisbären im März 2017 sind nicht mehr zu vergleichen mit denen aus den Monaten zuvor. Und so schüttelten die Berliner das 0:2 mal eben aus den Klamotten, Bruno Gervais und André Rankel glichen das Spiel mit zwei Toren binnen 47 Sekunden zur Verblüffung des Gegners und der Münchner Fans noch im zweiten Durchgang aus. Damit stand es mal wieder Unentschieden, ein gewohntes Zwischenergebnis für die Eisbären in diesen Play-offs – ein Tester hingegen für das Nervenkostüm des Meisters.

Und tatsächlich wackelte der Gastgeber im dritten Drittel. Zunächst passierte nicht viel, doch dann schaufelte aus den Birken den Puck mit seiner Torwartkelle unbedrängt über die Plexiglasbegrenzung – was im Eishockey eine Strafzeit nach sich zieht. Die Eisbären hätten das Spiel in der folgenden Überzahl in ihre Richtung drehen können, aber das Powerplay ist nicht unbedingt die Lieblingsdisziplin der Berliner. Auch München hatte noch eine große Chance, in den regulären 60 Minuten zu gewinnen, doch Jonathan Matsumoto scheiterte mit einem Penalty an Berlins Torwart Petri Vehanen. Und so ging es dann doch zum dritten Mal in Folge für die Eisbären in die Verlängerung. „Dort kennen wir uns ja gut aus“, sagte Marcel Noebels noch im Interview, dann dauerte es noch eine gute Stunde, ehe erneut André Rankel den 3:2-Siegtreffer erzielte.

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