Sport : 34 Sekunden gleich stark

Eisbären unterliegen Tabellenführer Ingolstadt 0:2

Claus Vetter

Berlin - Jimmy Waite ließ sich feiern – verdientermaßen. Denn als der Torwart vom ERC Ingolstadt gestern Abend im Sportforum Hohenschönhausen die Ovationen von rund 100 Ingolstädter Fans entgegennahm, war den Bayern im Endspurt der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ein wichtiger Sieg gelungen. Denn dass die Eisbären nach ihrer gestrigen 0:2 (0:1, 0:0, 0:1)-Heimniederlage gegen Ingolstadt den Bayern vor den Play-offs den ersten Tabellenplatz noch streitig machen können, erscheint bei zehn Punkten Rückstand unwahrscheinlich, auch wenn den Bayern nur sechs Spiele bis zu den Play-offs bleiben und den Berlinern noch acht.

Pierre Pagé war sich über die Bedeutung der Niederlage bewusst. Im Frust übertrieb der Trainer der Eisbären vielleicht ein wenig, als er nach dem Spiel sagte: „Wir müssen zu Hause besser spielen, das war nicht akzeptabel.“ Ganz so schlimm war es nicht. Sie agierten glücklos, hatten aber zu einem guten und schnellen Spiel beigetragen. Das Bemühen war den Eisbären gestern nicht abzusprechen, vor allem nicht ihren jungen Stürmern Christoph Gawlik und Florian Busch, die viele gelungene Aktionen hatten. Auch wurde Stefan Ustorf nach 39 Spielminuten einmal von Drake Berehowsky gut mit einer Vorlage in Szene gesetzt, schoss allerdings am Tor vorbei.

Insgesamt wirkten die Taten der Berliner ein wenig gehemmt. Was wohl daran lag, dass das Spiel vor knapp 5000 Zuschauern für sie ungünstig begonnen hatte. Nach nur 34 Sekunden lag der Puck im Tor von Eisbären-Keeper Tomas Pöpperle, seine Verteidiger Frank Hördler und Drake Berehowsky hatten Craig Ferguson nicht am Nachschuss hindern können. „Das frühe Tor hat uns viel Selbstbewusstsein gegeben“, sagte Ingolstadts Trainer Ron Kennedy später. Die Eisbären hingegen verunsicherte das Gegentor: Selbst bei ihren zwei 5:3-Überzahlspielen musste sich Jimmy Waite im Tor nicht fürchten.

Ingolstadt hatte die besseren Ideen im Spiel, verschluderte aber durch Cameron Mann und Robert Valicevic zwei blendende Chancen. Valicevic war dafür vier Spielminuten vor Schluss für klare Verhältnisse verantwortlich – statistisch gesehen. Denn der Schuss des Ingolstädters prallte vom Schlittschuh von Berlins Verteidiger Micki Dupont ins rechte Toreck zum 2:0. Ein Eigentor, das es im Eishockey ja nicht gibt und ein Treffer, das zu dem für die Berliner insgesamt unglücklich verlaufenen Abend passte.

Nach der gestrigen Niederlage müssen sich die Eisbären nun um die Sicherung des zweiten Tabellenrangs kümmern. Denn auch da droht nun Ungemach, da Düsseldorf durch den 6:2-Sieg in Köln an den Berlinern vorbeigerutscht ist. Allerdings bleiben der DEG nur noch sechs Spiele vor den Play-offs, während die Berliner ja noch zwei Nachholspiele haben. Und sollten die Eisbären dann die Hauptrunde auf Platz zwei beenden, ist das kein schlechtes Omen für sie. Vergangene Saison beendeten sie die Hauptrunde schließlich auch als Tabellenzweiter – und wurden Deutscher Meister.

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