4:2 gegen Viktoria Köln : Hertha BSC übersteht die erste Runde im DFB-Pokal

So ganz ohne Zittern kann es Hertha BSC gegen die Kleinen anscheinend doch nicht. Nach souveränem Beginn geraten die Berliner gegen Viertligist Viktoria Köln zwischenzeitlich in Schwierigkeiten, gewinnt am Ende aber - auch Dank der Tore mehrerer Neuzugänge.

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Prüfung bestanden: Die Torschützen Roy Beerens, Genki Haraguchi und Ronny ziehen mit Hertha BSC in die nächste Pokal-Runde ein.
Prüfung bestanden: Die Torschützen Roy Beerens, Genki Haraguchi und Ronny ziehen mit Hertha BSC in die nächste Pokal-Runde ein.Foto: dpa

Das Stadion des FC Viktoria liegt im Kölner Stadtteil Höhenberg. Auf der rechten Rheinseite, fast zehn Kilometer vom Zentrum entfernt herrscht in der von Wald umgebenen Anlage des Klubs aus der Regionalliga West meist eine familiäre Atmosphäre, die am Samstag aufgewirbelt wurde. Normalerweise kommen um die 1500 Zuschauer, diesmal waren es mehr 5239. Zum ersten Mal seit fast 40 Jahren spielte Viktoria Köln wieder in der ersten Runde des DFB-Pokals – und zwar gegen den Bundesligisten Hertha BSC. Eine Überraschung schaffte die Viktoria zwar nicht, sie erfreute ihre Fans aber mit viel Kampfgeist, der zu einer anständigen Niederlage führte. Oder anders ausgedrückt: Hertha BSC musste sich ziemlich anstrengen, um die Kölner mit 4:2 (2:0) zu besiegen.

Die gut 1500 angereisten Hertha-Fans entrollten vor Spielbeginn ein Spruchband mit dem Schriftzug: „Neue Saison, neues Glück“. Neu war auch die Berliner Aufstellung, mit John Heitinga, Roy Beerens, Genki Haraguchi und Julian Schieber bot Trainer Jos Luhukay gleich vier neue Profis auf. Und Glück konnte die Hertha gerade im DFB-Pokal gebrauchen, der für sie in den vergangenen Jahren immer früh vorbei war. Leicht taten sich die favorisierten Profis aus Berlin auch diesmal nicht – nach 3:0 Führung ließen sie die Kölner zwischenzeitlich auf 2:3 heran kommen.

Hertha zunehmend überlegen

Die Viktoria stand erwartungsgemäß recht tief und lauerte auf Konter, ein paar Mal kamen die Kölner in der Anfangsphase auch durch. Zum Beispiel in der 21. Minute, als Fatih Candan den Ball nach einer Flanke von Silvio Pagano sogar im Kasten von Keeper Thomas Kraft unterbrachte, sich dabei allerdings im Abseits befand – kein Tor. Trainer Claus-Dieter Wollitz schimpfte wie ein Rohrspatz, die Entscheidung war aber korrekt.

Je länger das Spiel lief, desto deutlicher wurde die individuelle Überlegenheit der Spieler des Bundesligisten, der mehr Ballbesitz hatte und mehr Zweikämpfe gewann. In der 33. Minute machte sich die Dominanz auch auf dem Ergebnisboard bemerkbar. Nachdem Viktoria-Torhüter Nico Pellatz den Ball schwach abgeschlagen hatte, gelangte er zu Ronny. D er Brasilianer zog aus circa 20 Metern ab – und zimmerte die Kugel unter die Latte, ein schönes Tor.

Die Gastgeber hielten auch danach ihre kämpferische und lauffreudige Linie, sie verkrampften aber, verzettelten sich oft, verloren Ball um Ball. Zudem hatte Pellatz im Tor der Viktoria nicht seinen besten Tag. Vor dem 2:0 war sein Abstoß viel zu kurz. Nach Zusammenspiel mit Julian Schieber markierte Roy Beerens das 2:0 (41.). Die Gesänge der Berliner Fans, die akustisch ohnehin die Oberhand hatten, wurden immer lauter.

Viktoria macht es nochmal spannend

Die Viktoria kam nach der Pause hochmotiviert aus der Kabine, ein paar Minuten vor dem Wiederanpfiff standen die Profis schon auf dem Platz. Nachdem Markus Brzenska eine Chance der Viktoria vergeben hatte, erzielte jedoch Haraguchi das 3:0 (51.) für Berlin. Seine Mitspieler hatten vorher locker durchs Mittelfeld kombinieren können, Brzenska sich einen Fehler in der Abwehr geleistet.

Danach beging die Hertha den Fehler, sich zu sicher zu fühlen. Die Berliner wollten das Spiel offenbar locker über die Zeit bringen – was ordentlich daneben ging. Das 1:3 durch Mike Wunderlich (57.) hielten die Hertha-Akteure wohl für einen Ehrentreffer – und blieben lässig. So konnte die Viktoria schön über den Platz kombinieren - und Candan das 2:3 markieren (67.). „Hertha ist nervös“, sangen nun die Viktoria-Fans.

Die Berliner bauten am Ende aber wieder Spannung auf, rissen sich zusammen – und trafen. Nach einer Hereingabe von Nico Schulz war Schieber erfolgreich (76.) – somit schossen drei der neuen Herthaner gleich im ersten Spiel Tore.

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