83:52 gegen Ludwigsburg : Alba Berlin: Hoher Sieg im ersten Heimspiel

Im ersten Heimspiel der Saison dominiert Alba Berlin Gegner Ludwigsburg mit einem defensiven Dauerfeuer und gewinnt am Ende überdeutlich. Allein Guard Bar Timor konnte einem Leid tun.

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Überragend. Alba Berlins David Logan beim Korbleger gegen chancenlose Ludwigsburger.
Überragend. Alba Berlins David Logan beim Korbleger gegen chancenlose Ludwigsburger.Foto: Camera 4

Wo John Patrick ist, herrscht das Chaos. Der Trainer der Basketballer aus Ludwigsburg liebt es, gegnerische Teams mit permanentem Druck zu zermürben und zu hektischen Entscheidungen zu zwingen. Auch am Samstagabend war in der Arena am Ostbahnhof ein konfuses und kopfloses Team zu besichtigen – allerdings waren es die Ludwigsburger selbst, die dem defensiven Dauerfeuer von Alba Berlin nicht gewachsen waren. Am Ende einer einseitigen aber für die 10.771 Zuschauer durchaus unterhaltsamen Partie stand ein überdeutlicher 83:52 (41:19)-Sieg der Berliner in ihrem ersten Heimspiel der Bundesligasaison.

John Patrick war mit seinen eigenen Waffen geschlagen. „Auch wir wollen die ganze Zeit Druck machen und den Gegner gar nicht erst zu seinem Spiel finden lassen“, sagte Albas Power Forward Jan Jagla. „Am wichtigsten war heute aber, dass wir unseren Rhythmus gefunden und das Heimspiel gewonnen haben.“

Obradovic hatte überraschend Alex King und Akeem Vargas in die Startaufstellung berufen, auch in veränderter Formation dominierte Alba von Beginn an. Schnell stand es 10:0, erst nach fünfeinhalb Minuten gelang den Gästen der erste Punkt. Eine Woche nach der 66:67-Niederlage in Quakenbrück, bei der die Berliner in den letzten zweieinhalb Minuten eine Sieben-Punkte-Führung verschludert hatten, leisteten sich die Gastgeber diesmal keinen Blackout. Es kam lediglich zu einem kleinen Wackelkontakt, als Bar Timor das Spiel der Berliner ordnen sollte. Der 21 Jahre alte Deutsch-Israeli wirkte übernervös, fabrizierte drei Ballverluste und wurde von seinem von dieser Darbietung sichtbar angewiderten Trainer nach nicht einmal zwei Minuten wieder auf die Bank geholt. Ansonsten aber behielt Obradovics Team jederzeit die Kontrolle und setzte sich noch vor der Halbzeitpause auf 22 Punkte ab. John Patrick blieb kaum etwas anderes übrig, als sich – ebenfalls eine Spezialität des US-Amerikaners – permanent bei den Schiedsrichtern zu beschweren.

Auch in der zweiten Hälfte kontrollierte Alba jederzeit das Spiel und zog auf bis zu 38 Punkte davon. Ludwigsburgs Spielmacher Michael Stockton leistete sich sechs Ballverluste und konnte auch sonst nie unter Beweis stellen, dass er in Sachen Übersicht und Spielorganisation etwas vom Genie seines Vaters, der NBA-Legende John Stockton, geerbt hat. Auch ohne den wegen einer Knöchelverletzung fehlenden Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann dominierte Alba im  Rebound und hatte in Topscorer David Logan (17 Punkte), Alex King (10), Leon Radosevic (9) und Reddie Redding (9) gleich eine ganze Reihe treffsicherer Werfer.

Allein Bar Timor konnte einem leid tun: Nach einem leicht verbesserten aber immer noch wackligen Auftritt wechselte ihn Obradovic abermals verärgert aus. „Timor ist noch ein Kind. Man konnte sehen, dass er Angst hatte“, sagte Obradovic. „Aber er arbeitet im Training sehr hat, wie alle unseren jungen Spieler.“

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