Sport : 90 MINUTEN MIT Ioannis Amanatidis

Wie der Frankfurter Stürmer das Spiel in Lautern erlebte

Oliver Trust

In Frankfurt hat er Kultstatus erreicht. Die Trikots mit der Nummer sechs und seinem Namen in griechischen Buchstaben sind der Renner in den Fanshops. Das lässt Ioannis Amanatidis (Foto: ddp) stolzer daherschreiten als früher in Stuttgart. Dort war er zuletzt überflüssig. Die Eintracht aber braucht ihn. Drei Tore in fünf Spielen, mit dieser Bilanz kam er auch nach Kaiserslautern. Die Fans feiern ihn. Im Abstiegsduell ist er der Mann, der die Hoffnungen fast allein trägt. Am Betzenberg aber müssen sie lange warten, bis er ansatzweise in diese Rolle schlüpft. Knavs und Wenzel stehen ihm auf den Schuhen. Halbzeit eins verläuft, ohne eine Chance für ihn. Verzweifelt wirkt er. Der Ball kommt, mit ihm Wenzel und Knavs. Amanatidis weicht aus, taucht im Mittelfeld auf, lässt den Ball zurück zu anderen Mittelfeldspielern prallen, kehrt zurück in den Strafraum. Ohne gute Nachrichten stapft er in die Kabine zur Pause. 45 Minuten hat er noch. Jede Minute Gelegenheit, wieder zum Helden zu werden. Minuten verrinnen ohne Erfolgsmeldung. Immer wieder Wenzel und Knavs. Aufgeben will er nicht. Mit ihm wird das Spiel der Frankfurter besser. Ein schöner Pass zu Cha, der verstolpert. Der griechische Nationalspieler fällt in der Durchschnittstruppe auf. Er ist schnell und kann mit dem Ball umgehen. Es ist die 65. Minute als Amanatidis vor den Augen seines Nationaltrainers Otto Rehhagel das erste Raunen im Publikum hervorruft. Ein Schuss aus 14 Metern, FCK-Keeper Wiese streckt sich, hat Glück. Zentimeter fehlen. Zwei Minuten später, Amanatidis ist wieder da. Wie eine Signalflagge weht sein Haar . Vier Meter liegen zwischen ihm und Wiese. Der Ball landet auf seinem Kopf, geschickt hat er sich gedreht und war seinen Bewachern entlaufen. Doch Wiese schnellt in die Luft, reißt die Arme hoch und wehrt seinen Kopfball über die Latte ab. Amanatidis beugt sich nach vorne und flucht. Er hat seine Chancen in diesem Spiel vergeben.

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