Sport : Abdellaoue schießt sich unverkäuflich

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Hannover - Auch den letzten Kraftakt einer außergewöhnlichen Woche schaffte er ganz ohne Glanz und Glamour. Die Autogrammjäger standen für ihn Schlange, die Fragesteller natürlich auch. „Ich bin sehr glücklich, aber auch sehr müde“, sagte Mohammed Abdellaoue wie üblich wortkarg. Mit seinen drei Toren hatte er den SV Werder Bremen beim 3:2 quasi ganz allein besiegt, doch was der stille Torjäger von Hannover 96 seinem großen Auftritt folgen ließ, waren bescheidene Töne. „Ich weiß nicht, ob es noch besser geht. Aber wir haben hier alle gemeinsam eine fantastische Zeit“, sagte Abdellaoue. Der Norweger wird von seinen Mitspielern für seine Abgeklärtheit bewundert. Und er behauptet: „Coolness vor dem Tor, das musst du jeden Tag trainieren.“

Sie rufen ihn alle nur Moa. Denn das ist erheblich kürzer und deutlich effektiver, wenn es wieder einmal um das Ende eines ihrer schnellen, überfallartigen Angriffe geht. „Moa ist genau der Spieler, den wir vorne brauchen. Er ist eiskalt vor dem Tor“, sagt Mittelfeldspieler Christian Pander. Am Donnerstag hatte Abdellaoue sein Team noch im ukrainischen Poltawa zum 2:1-Sieg in der Europa League geschossen. Am Sonntag stoppte er trotz muskulärer Probleme den SV Werder auf dem Weg an die Tabellenspitze. „Er ist ein bisschen unterkühlt und ziemlich unaufgeregt. Deshalb passt er ja auch so gut nach Hannover“, sagt 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke über den norwegischen Nationalspieler mit marokkanischen Wurzeln.

Zehn Tore in zehn Pflichtspielen sind in dieser Saison der klare Beleg dafür, dass Abdellaoue Didier Ya Konan als Stürmer Nummer eins abgelöst hat. Der Marktwert des Angreifers, für den Hannover vor einem Jahr eine Million Euro Ablöse gezahlt hat, dürfte sich bereits mehr als verfünffacht haben. Angeblich zeigt mittlerweile sogar der FC Arsenal Interesse an ihm. Hannover will deswegen den noch bis 2014 laufenden Vertrag vorzeitig verlängern. Das müsse unser Ziel sein, sagte Hannovers Präsident Martin Kind, nicht ohne zu erwähnen: „Und er ist unverkäuflich.“ Christian Otto

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