Sport : Abfahrt gewonnen, alles gewonnen

Gold für Österreich. Das ist bei der Abfahrt der Männer nicht überraschend. Doch wer den Österreichern dann schließlich den heiß ersehnten Triumph in der olympischen Königsdisziplin beschert hat, das kam unerwartet: Fritz Strobl und nicht der große Favorit Stephan Eberharter fuhr bei den Winterspielen von Salt Lake City ganz nach vorn. Damit durfte die Ski-Nation Österreich zum ersten Mal seit dem Erfolg von Patrick Ortlieb vor zehn Jahren in Albertville wieder Abfahrts-Gold bei den Herren feiern. "Ein Super-Sonntag für Österreich", jubelte Verbandspräsident Peter Schröcksnadel: "Es kann nichts Schöneres geben. Wenn man die Abfahrt gewinnt, hat man alles gewonnen."

Salt Lake City 2002 Newsticker: Aktuelle Nachrichten von den XIX. Winterspielen sowie weitere Sportmeldungen Bei sonnigen Wetter gewann der 29-jährige Strobl auf der Grizzly-Piste in Snowbasin mit einer souveränen Vorstellung vor dem Norweger Lasse Kjus. Stephan Eberharter wurde Dritter. "Das ist einfach sensationell. Ich habe nur ans Skifahren gedacht und nicht daran, was es für ein Rennen ist", sagte der begeisterte Sieger. Routinier Kjus, der auch in Nagano schon Silber geholt hatte, verhinderte den auf Grund der Weltcup-Ergebnisse von vielen Experten erwarteten Dreifach-Triumph der Österreicher. Der einzige deutsche Läufer, Max Rauffer, beendete seinen ersten Olympia-Auftritt auf Platz 34.

Fritz Strobl hatte in seiner Karriere lange auf den ersehnten Medaillen-Lohn warten müssen. Noch nie stand der immer freundliche Mann aus Steinfeld bei einem Großereignis auf dem Treppchen. 1997 hatte er als Vierter WM-Bronze knapp verpasst. Umso mehr freute sich der zweifache Familienvater im Zielraum von Snowbasin, als er auf die Anzeigetafel schaute und die Bestzeit sah.

Stephan Eberharter, im Weltcup-Winter bislang dominierend, durfte seine Karriere entgegen der Erwartungen in seiner Heimat nicht mit Gold krönen. Der Tiroler hätte mit einem Olympiasieg endgültig aus dem Schatten des verletzten Superstars Hermann Maier treten können. "Ich habe dem Fritz prophezeit, dass er gewinnt", sagte Eberharter fair. "Er ist ein Freund von mir. Ich freue mich für ihn."

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