Abschied : Aufgeregt im 361. Spiel

Nadine Ernsting-Krienke beendet nach 19 Jahren ihre Karriere im Hockey-Team.

HannoverEin Tor in ihrem Abschiedsspiel hätte sich Nadine Ernsting-Krienke schon gewünscht. Das war der Rekord-Nationalspielerin nicht vergönnt – aber immerhin durfte sie ihre Hockey-Karriere mit einem Sieg beenden. 2:0 (0:0) gewann das Team des Deutschen Hockey-Bundes gegen Schottland, für die Angreiferin Ernsting-Krienke war es das 361. Länderspiel. „Einen solchen letzten Auftritt ist man einer Ausnahme-Karriere einfach schuldig“, sagte Bundestrainer Michael Behrmann. „Sie war heute sicher ein wenig aufgeregt“, sagte der Trainer aus Hamburg über seine langjährige Führungsspielerin. Vielleicht lag es daran, dass Ernsting-Krienke kein Tor gelingen wollte, zuvor war sie in ihrer Karriere ziemlich treffsicher gewesen: 137 Tore waren der 35 Jahre Stürmerin vom Bundesligisten Eintracht Braunschweig für die DHB-Auswahl insgesamt gelungen. Für ihre beeindruckende Trefferzahl hatte sie natürlich ein paar Jahre Zeit: „NEK“, wie die Olympiasiegerin von Athen 2004 in Hockey-Kreisen genannt wird, ist schon 19 Jahre lange dabei. Ihr Länderspiel-Debüt feierte sie am 24. August 1990.

Am Sonntag gegen Schottland, gegen die die DHB-Mannschaft tags zuvor 0:0 gespielt hatte, trafen Natascha Keller (40. Minute) und Silja Lorenzen (43.), während Nadine Ernsting-Krienke bei ihrem gut zehnminütigen finalen Auftritt eine ausgezeichnete Chance ausließ und deshalb ohne Treffer blieb. Dennoch wurde die Stürmerin, die im Verlauf ihrer internationalen Karriere vor Jahren Britta Becker als Rekordspielerin abgelöst hat, bei der Verabschiedung in der Halbzeit von den 1000 Fans gefeiert und von ihren Kameradinnen herzlich beschenkt.

Ihr größter sportlicher Erfolg war der sensationelle Gewinn der Goldmedaille mit den deutschen Frauenmannschaft 2004 in Athen, mit dem selbst in Deutschland nur die größten Optimisten gerechnet hatten. Kaum weniger überraschend war der zweite Platz bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, als die Niedersächsin mit 18 Jahren als eine der Jüngsten im Team mit Silber dekoriert wurde. Zudem war sie an Rang drei bei der Weltmeisterschaft 1998 in Utrecht und auch am ersten deutschen Champions-Trophy-Sieg 2006 in Amstelveen beteiligt. Darüber hinaus gewann sie den etwas weniger bedeutenden WM-Titel in der Halle 2003 in Leipzig, insgesamt war sie viermal bei den Olympischen Spielen am Start. Die Rekord-Teilnahme verpasste sie 2008 in Peking allerdings, nachdem sie zweimal am Knie operiert worden war. dpa

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