Sport : Abschied ohne Schmerzen

Benedikt Voigt

sagt Tschüss zum IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach Es gibt an diesem Wochenende noch etwas zu tun für Thomas Bach. Der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) muss im Exekutivkomitee einige Entscheidungen treffen. Ob der amerikanischen 4x400-Meter-Staffel nach dem Dopingfall Jerome Young die Goldmedaille von Sydney aberkannt wird. Oder wie das IOC die Korruptions-Affäre um sein bulgarisches Mitglied Iwan Slawkow behandelt. Danach folgen für Thomas Bach eine IOC-Session und zwei Wochen Olympische Spiele in Athen – und dann ist es vorbei mit der Vizepräsidentschaft eines deutschen Vertreters im IOC. Ist das schlimm?

Nein. Dem deutschen Sport haben die acht Jahre nicht viel gebracht, in denen Thomas Bach zunächst im Exekutivkomitee saß und dann sogar Vizepräsident des IOC war. Er hat zwar auf eine dringend nötige Gesetzesänderung zum Schutz der Olympischen Ringe aufmerksam gemacht. Aber beim wichtigsten Thema konnte oder wollte er dem deutschen Sport nicht helfen: der Leipzigiger Olympiabewerbung. Ein Hinweis an das deutsche Nationale Olympische Komitee, dass eine Stadt mit weniger als 1,5 Millionen Einwohnern beim IOC keine Chance hat, hätte so manchen Ärger vermieden. Doch der Hinweis kam nie.

Thomas Bach hat sich nicht als nationaler Lobbyist sondern als internationaler Interessensvertreter verstanden. Dort liegen auch seine Leistungen. Wenn der Jurist demnächst zurück in die zweite Reihe der einfachen IOC-Mitglieder tritt, ändert sich für den deutschen Sport nicht viel. Schade.

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