Sport : Abschied über den roten Teppich

Friedhard Teuffel

erklärt, wie Stuttgart Trapattoni in Ehren entlässt Bald muss der VfB Stuttgart ein Denkmal stürzen, und die Fußball-Bundesliga macht sich jetzt schon lustig. Die Stuttgarter hätten es doch wissen müssen, dass es nicht klappen kann mit Giovanni Trapattoni als Trainer. Aber gibt es eine leichtere Aufgabe als eine Trennung von Trapattoni, einem der erfolgreichsten Trainer der Welt? Den Stuttgartern hat sich lange nicht solch eine Chance geboten, ganz Europa zu zeigen, wie viel Stil sie haben. Sie müssen den eleganten Trapattoni nur elegant hinausgeleiten, ein Abschied über den roten Teppich sozusagen.

Es könnte die harmonischste Trainerentlassung seit langem werden. Dazu müssen die Stuttgarter einige Regeln beachten. Der Zeitpunkt sollte stimmen, am besten wäre es Anfang Januar, wenn noch besinnliche Winterruhe herrscht. Dann müssen sie Trapattoni einen besonderen Titel verleihen, so wie sie ihn damals beim FC Bayern den „Mister“ genannt haben. Sie könnten ihm die Ehrendoktorwürde des Fußballs verleihen für sein Lebenswerk. Vor allem aber müssen die Stuttgarter erklären, warum Trapattoni ein so großer Gewinn war für den VfB. Auch das ist einfacher als gedacht. Nach den erfolgreichen Jahren und dem Verlust von Leistungsträgern musste der VfB abstürzen. Für dieses Zwischentief brauchte der Klub einen Schuldigen, und Trapattoni hat sich dafür im Sinne der deutsch-italienischen Freundschaft aufgeopfert. Denkmalsturz? Nein, sie sollten Trapattoni ein Denkmal errichten als Dank dafür, dass er zum Ausklang seiner großartigen Karriere noch einmal bei ihnen war.

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