Sport : Abschlussball

Der VfB Stuttgart scheidet trotz hübscher Vorstellung beim 0:0 gegen Chelsea aus

Raphael Honigstein

London. Es war eine schnelles Spiel. Ständig rollte der Ball hin und her, vor allem die Fußballer des VfB Stuttgart spielten sich ihn flink zu. Doch am Schluss ging es zu schnell vorbei, das Spiel. Den Stuttgartern rannte die Zeit weg und am Ende kamen sie beim FC Chelsea vor 41 000 Zuschauern im Stadion an der Stamford Bridge nicht über ein 0:0 hinaus. Das Achtelfinale war daher die letzte Runde in dieser Champions-League-Saison für den VfB Stuttgart. Nachdem sie das Hinspiel 0:1 verloren hatten, war die Leistung in London zu wenig.

Als das Spiel noch jung war, versuchten es die Stuttgarter erst einmal mit dem für diese Phase bekannten Rezept: Sie schossen von der gut bewachten Strafraumgrenze aufs Tor der Londoner. Den Anfang machte damit der Portugiese Fernando Meira in der neunten Minute. Er war es auch, der Chelsea im Hinspiel mit einem Eigentor zum 1:0-Sieg verholfen hatte. Doch so oft die Stuttgarter auch aufs Tor schossen, ihre Bälle landeten allesamt in den Armen von Torwart Carlo Cudicini. Ein bisschen erinnerte das Spiel der Stuttgarter an ihren Auftritt bei Manchester United, das sie am Ende der Gruppenphase 0:2 verloren hatten. Den Ball ließen sie zwar hübsch und schnell nach vorne laufen, doch den Strafraum schienen sie zu meiden wie ein gefährliches Territorium. Der FC Chelsea wollte ihnen jedoch in den ersten 45 Minuten auch nicht zeigen, wie es besser geht. Auf gut Glück schickten die Londoner ihren irischen Angreifer Damien Duff nach vorne. Einmal zwang er Stuttgarts Torhüter Timo Hildebrand immerhin zu einem Zweikampf mit Hand und Fuß, doch dabei blieb es.

Die Londoner Zuschauer schienen im Laufe des Spiels etwas nervös zu werden, die Stuttgarter Fans dagegen ungeduldig. Sie hatten die besten Plätze bekommen, direkt oberhalb der Stuttgarter Trainerbank und forderten von dort aus lautstark mehr Offensive. Diesem Wunsch haben die Stuttgarter nach der Pause gleich entsprochen. Es dauerte nur 40 Sekunden, bis Philipp Lahm die bis dahin beste Chance für die Schwaben herausspielte. Er war in den Strafraum eingedrungen, hatte zwei Londoner stehen lassen und schoss beherzt aufs Tor. Doch aus kurzer Distanz verfehlte er knapp das Ziel. Den hohen Druck erhielt der VfB zwar aufrecht, doch es fehlte der Mut für überraschende Aktionen. Die Stuttgarter hätten ein Wagnis eingehen müssen und zum Beispiel den Ball einmal direkt aufs Tor schießen können anstatt ihn sich zunächst zurecht zu legen. Auch in den Zweikämpfen gingen sie nicht das Risiko ein, was nötig gewesen wäre, um dieses Spiel zu gewinnen.

So hatten die Stuttgarter zwar das Spiel im Griff und ließen nur wenig Ballbesitz des Gegners zu, aber sie kamen nicht zum Abschluss. Fünf Minuten vor dem Ende hatte dann noch der eingewechselte Christian Tiffert die Gelegenheit, seine Mannschaft 1:0 in Führung zu bringen. Doch sein Schuss aus zwanzig Metern Entfernung landete nur am Außennetz. Enttäuscht raufte sich Tiffert die Haare, während sein Trainer Felix Magath vor der Stuttgarter Trainerbank nur zynisch lächelte. Diese Chance war zugleich die Eröffnung eines finalen Schlagabtauschs zwischen beiden Mannschaften. Torwart Hildebrand rettete anschließend gleich zweimal gegen den Rumänen Adrian Mutu, kurz darauf hätte er keine Chance gehabt, aber der Däne Jesper Grönkjaer traf für die Londoner nur den Pfosten.

Die letzte Chance des Spiels hatte dann wieder ein Stuttgarter. Doch Kevin Kuranyis Schuss war nicht präzise genug, um noch eine Verlängerung zu erzwingen.

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