Sport : Ärger zu Hause

Erstmals verlieren Alba Berlins Basketballer in dieser Saison ein Heimspiel in der Bundesliga: 66:81 gegen Frankfurt

Benedikt Voigt

Berlin. Als Marko Pesic am Samstag die Ergebnisse der Basketball-Bundesliga hörte, war er nicht überrascht. „Wir haben nicht gejubelt oder so“, sagte der Flügelspieler von Alba Berlin angesichts der Bonner und Oldenburger Niederlage, „wir wissen, dass in dieser Liga viel passieren kann.“ Am Sonntagnachmittag bekam er diese Unberechenbarkeit sogleich mit der eigenen Mannschaft zu spüren. Der Tabellenführer unterlag gegen die Opel Skyliners aus Frankfurt vor 6849 Zuschauern vollkommen verdient mit 66:81 (35:36). Wegen der schwachen Darbietung in der zweiten Halbzeit mussten sich die Berliner Spieler sogar Pfiffe der eigenen Fans gefallen lassen. Es war Albas ersten Heimniederlage in der Bundesliga in dieser Saison. „Es kann so viel passieren“, wiederholte Pesic, „wenn wir nicht aufpassen, können wir sogar noch auf Platz vier oder fünf abrutschen.“

Eigentlich hatten sich die Berliner gegen Frankfurt für die Pokalniederlage im Februar (56:75) revanchieren wollen. Nun verloren sie zum zweiten Mal zu Hause gegen die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert. „Wir haben Berlin zum zweiten Mal in ihrer Halle unter 70 Punkte gehalten“, sagte Herbert, „unsere Defensive ist im Moment auf einem hohen Niveau.“

In der ersten Halbzeit entwickelte sich ein hartes, aber nicht unfaires Bundesligaspiel. Keine Mannschaft konnte sich bis zur Pause entscheidend absetzen. Die 26:18-Führung der Berliner im zweiten Viertel hatte Frankfurt mit einer 9:2-Serie schnell wieder wettgemacht. Nach der Pause aber geriet Alba nach einer 2:11-Serie entscheidend in Rückstand. In dieser Phase vergaben die Berliner Spieler viele einfache Korbleger. „Dann kommt man ins Nachdenken und wird unsicher“, sagt Pesic. In dieser Phase habe Alba die Konzentration gefehlt.

Im letzten Viertel versuchten die Berliner den zunehmenden Rückstand mit Dreipunktewürfen wettzumachen. Es war an diesem Tag das falsche Rezept. Nur drei von 21 Würfen aus der Dreipunktedistanz fanden den Weg ins Ziel. Auf der Frankfurter Seite hingegen erzielte Tyrone Ellis in der Schlussphase zwölf seiner insgesamt 14 Punkte. Der US-Amerikaner hatte wegen Foulproblemen lange Zeit auf der Bank sitzen müssen, doch das homogene Frankfurter Team konnte dieses Manko durch harte Verteidigung wettmachen. Die sonst so offensivstarken Berliner taten sich im Angriff ungewöhnlich schwer. Hinzu kam, dass Frankfurts Centerspieler unter den Körben dominierten und 17 Rebounds mehr fingen als ihre Berliner Gegenspieler.

Kein Alba-Spieler erreichte Normalform. „Wir haben nicht mit voller Kraft gespielt“, sagt Pesic. Einzig Stefano Garris, der ebenso wie Pesic 12 Punkte erzielte, hatte einige lichte Momente. Vladimir Petrovic hingegen ging mit neun Punkten und einer Trefferquote von 13 Prozent unter. Zudem avancierte sein direkter Gegenspieler Chris Williams mit 19 Punkten zum Topscorer. Trainer Mutapcic kritisierte die fehlende Leidenschaft seiner Spieler: „Ohne Emotionen ist es sehr schwer zu spielen.“

Alba Berlin tritt nun am kommenden Donnerstag in Würzburg an, eine Woche später endet für die Berliner Spieler die Hauptrunde mit einem Heimspiel gegen Braunschweig. Bis dahin sollten sie sich im Kampf um Platz eins ein ausreichendes Punktekonto verschafft haben. Am letzten Spieltag ist Alba spielfrei.

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