Afrika-Cup : Malis Fußballer sind mit dem Herzen in der Heimat

Trotz der Kämpfe zuhause spielen Malis Fußballer beim Afrika-Cup – sie wollen Hoffnung geben. Doch die Spieler sind selbst mit ihren Gedanken bei den Familien in der Heimat.

Olaf Jansen
Wider alle Schmerzen. Das erste Spiel gewann Mali (links Kalilou Traore gegen Kourouma Fatokouma) gegen Niger.
Wider alle Schmerzen. Das erste Spiel gewann Mali (links Kalilou Traore gegen Kourouma Fatokouma) gegen Niger.Foto: AFP

Es ist heiß geworden beim Afrika-Cup im sommerlichen Südafrika. Vor allem die an der Südküste in Port Elizabeth untergebrachten Teams sind bei Tagestemperaturen von gut 30 Grad schon kräftig ins Schwitzen geraten. Und so machen Seydou Keita und Momo Sissoko nach einer intensiven Zweikampfübung auf dem Trainingsplatz erst einmal eine kleine Pause, um einen Schluck aus der Wasserflasche zu nehmen. Auf den ersten Blick wirkt das Training von Malis Nationalteam ganz normal. Doch wer dem ohnehin stets ein wenig traurig dreinblickenden Keita und seinem Cousin Sissoko genauer zuschaut, bemerkt: Es wird kaum einmal gelacht in diesen Tagen in Malis Nationalteam.

Was kaum verwunderlich ist. Natürlich geht der aktuelle Konflikt in der Heimat auch an den Fußballern des nordwestlichen afrikanischen Binnenlandes nicht spurlos vorüber. Zwar spielen und leben fast alle Akteure schon längst nicht mehr in ihrem Heimatland, viele sind sogar im Ausland geboren. Familie und damit Wurzeln haben aber alle noch in Mali.

„Erst einmal muss man sagen, dass sich die Jungs hier sehr professionell verhalten und sich voll auf den Afrika-Cup zu konzentrieren versuchen“, sagt Torwarttrainer Mahamadou Sidibe. Sidibe weiß natürlich auch, dass der aufkommende Krieg in der Heimat die Spieler stark mitnimmt: „Es ist so, dass wir täglich Kontakt in die Heimat haben. Die Spieler lassen sich ständig über den aktuellen Stand der Entwicklung informieren.“

Die Krise in Mali in Bildern
Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen französischen und einen malischen Soldaten im Gespräch, während der Militäroperation "Serval" in Diabali, Mali.Weitere Bilder anzeigen
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24.01.2013 15:12Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen...

Fußballspielen beim wichtigsten Turnier des Kontinents, während in der Heimat Krieg herrscht – kaum zu erklären, wie das gehen soll. Umso erstaunlicher war die starke Vorstellung von Kapitän Seydou Keita und seinen Kollegen bei ihrem Auftakt-Gruppenspiel gegen Niger, das Keita mit seinem Treffer zum 1:0 kurz vor Schluss entschied. Damit hat sich das Team schon in eine glänzende Ausgangsposition für das Erreichen des Viertelfinales gebracht.

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