Sport : Alba Berlin: Ein Mittelfeldspieler für die Berliner Basketballer

Benedikt Voigt

Als Alba Berlin vor zwei Wochen die Saison wie jedes Jahr mit einem Fußballspiel abschloss, hatte sich der Deutsche Basketballmeister im Mittelfeld mit einem alten Bekannten verstärkt. Der ehemalige Alba-Spieler Mithat Demirel half beim 10:4 der Basketballprofis gegen die Elf von Radio "Fritz" als technisch beschlagener Spielmacher aus. Schon zu diesem Zeitpunkt wusste Demirel, dass er seinen letztjährigen Klub Mitteldeutscher BC verlassen würde. Nur wohin er geht, war noch nicht klar. Seit Mittwochabend weiß der deutsche Nationalspieler, im Basketball wohlgemerkt, auch das: zu den Kameraden vom Fußballplatz.

Mithat Demirel unterschrieb einen Zweijahresvertrag bei Alba Berlin. Damit ist der Aufbauspieler die erste Neuverpflichtung für die kommende Saison. Doch neu ist an Demirel gar nichts, er stammt aus Albas Basketballschule. Bis 1999 spielte der nur 1,83 Meter große Basketballer mit einer Doppellizenz für TuS Lichterfelde und Alba Berlin, dann wechselte er für ein Jahr zu Oyak Bursa in die Türkei. "Wir wollten noch einen echten Aufbauspieler", begründet Vizepräsident Marco Baldi die Verpflichtung, "wir waren ein bisschen dünn auf dieser Position." Demirel soll in der kommenden Saison Spielmacher Derrick Phelps entlasten. In der vergangenen Spielzeit mussten Marko Pesic oder Henrik Rödl im Spielaufbau aushelfen, wenn Phelps auf die Bank musste oder verletzt war. "Die haben das gut kompensiert, aber Demirel kann neue Impulse setzen", sagt Baldi. Auch können beide Aufbauspieler gemeinsam auf dem Parkett stehen, was Trainer Emir Mutapcic neue taktische Möglichkeiten gibt.

Nachdem Jörg Lütcke und Teoman Öztürk ihre Verträge verlängerten, nimmt das Team für die Saison 2001/2002 immer deutlicher Gestalt an. Allerdings fehlen noch die Unterschriften von Derrick Phelps und Wendell Alexis. Mit dem Agenten von Phelps hatte Baldi bereits ein erstes Gespräch, der Vizepräsident rechnet aber nicht vor zwei Wochen mit einem Vertragsabschluss. Mit Alexis hat er noch gar nicht geredet. "Aus Tradition", sagt Baldi. Schon in den fünf Jahren zuvor hat der Routinier seinen Vertrag jeweils sehr spät unterschrieben. Sollten beide US-Amerikaner gehalten werden, so besitzt Albas Kader einen Spieler mehr als zuletzt. Am Etat, der im letzten Jahr auf zehn Millionen Mark geschätzt wurde, wird sich aber nichts ändern. Baldi sagt: "Der ist da, wo er war." Genauer wollte er sich dazu aber nicht äußern.

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