Alba Berlin in der Euroleague-Spiel : Die Deutsche Bank

In der Euroleague spielen die deutschen Profis bei Alba Berlin bisher eher eine Nebenrolle. Wird sich das im Heimspiel gegen Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv am Donnerstag ändern?

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Weggeschnappt. Vargas (r.) und Wohlfahrt-Bottermann müssen auch um ihre Einsatzzeiten kämpfen.
Weggeschnappt. Vargas (r.) und Wohlfahrt-Bottermann müssen auch um ihre Einsatzzeiten kämpfen.Foto: imago/Camera 4

Was am Donnerstagabend ab 20 Uhr in der Arena am Ostbahnhof geschieht, wird nahezu auf der ganzen Welt zu sehen sein. Das Heimspiel von Alba Berlin gegen Maccabi Tel Aviv ist von der Euroleague als „Spiel der Woche“ auserkoren worden und wird neben dem deutschen Kanal „Sport1“ auch noch von rund 150 Fernsehsendern rund um den Globus übertragen. Ein Grund mehr für die Berliner Basketballer, sich gegen den Titelverteidiger anzustrengen und im dritten Gruppenspiel den ersten Sieg zu holen. Sofern sie denn von Trainer Sasa Obradovic eingesetzt werden.

Jonas Wohlfahrt-Bottermann musste den Auftritt der Berliner in Malaga am vergangenen Freitag komplett von der Bank verfolgen. Zuvor gegen ZSKA Moskau kam der Center nicht einmal zweieinhalb Minuten zum Einsatz. „Es ist natürlich ein bisschen schade, es ärgert einen“, sagt der 24-Jährige über seine Rolle als Reservist. „Aber ich kann es nicht ändern, so ist die Situation im Moment.“ Die Berliner haben in dieser Saison sieben ausländische Profis im Kader, die in der Euroleague allesamt eingesetzt werden können. Nach der Verpflichtung von Marko Banic ist Wohlfahrt-Bottermann in der Rotation der großen Alba-Spieler an die fünfte Stelle gerutscht. „Es liegt an mir, mich zu empfehlen“, sagt der 2,08 Meter große Center. Das gelte für die Trainingseinheiten ebenso wie für die Spiele: „Ich muss zeigen, dass ich dem Team helfen kann und effizient bin.“

Alex King und Niels Giffey sind bislang die einzigen deutschen Alba-Profis, die in der Euroleague konstant zum Einsatz kommen. Akeem Vargas hat seine Spielzeit hingegen ebenfalls schwinden sehen. In der Bundesliga, wo nur sechs Ausländer spielen dürfen, kommt der Shooting Guard im Schnitt rund 17 Minuten zum Einsatz, gegen Malaga waren es gerade einmal gut vier Minuten. Der Nationalspieler will sich davon nicht beirren lassen. „Meine Rolle bleibt gleich. Es gibt keinen Grund, sich über die Spielzeit Gedanken zu machen“, sagt Vargas. „Ich werde mal mehr und mal weniger spielen. Man kann den Spielverlauf nie vorhersagen.“

Obradovic ist derselben Meinung und sieht für seine deutschen Profis keinen Unterschied, ob ein Spiel in der Euroleague oder in der Bundesliga ansteht. „Alle müssen immer bereit sein“, sagt der Serbe. Allerdings vertraut der Trainer mit steigender Bedeutung der Spiele und wachsender Qualität des Gegners am liebsten seinen gestandenen ausländischen Profis, das war bereits in den vergangenen Play-offs zu beobachten.

Gegen Maccabi wird das kaum anders sein, nach ZSKA und Malaga trifft Alba auf das nächste europäische Spitzenteam. „Es ist nicht optimal, dass wir gegen die drei besten Teams der Gruppe gleich am Anfang spielen“, sagt Obradovic. Allein Maccabis griechischer Center Sofoklis Schortsanitis verfügt mit seinen gut 150 Kilogramm über genug Format, um eine ganzes gegnerisches Team zu beschäftigen. Vielleicht braucht Alba Berlin also wirklich jeden Mann auf den großen Positionen – Jonas Wohlfahrt-Bottermann darf hoffen.

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