Sport : Alba Berlin: Mit Vertrag in den griechischen Kraftraum

Benedikt Voigt

Süßwasser-Swimmingpool, Salatbuffet oder Meerblick bilden normalerweise die Kriterien, nach denen Urlauber ihr Hotel aussuchen. Bei Jörg Lütcke sieht das anders aus. "Ich brauche ein Hotel mit Kraftraum und einem Physiotherapeuten", sagt der Basketballprofi von Alba Berlin, der sich in der Finalserie gegen Bonn den linken Fuß verrenkt hat. Weil das nicht seine erste Verletzung ist, kennt er bereits einen Ferienklub in Griechenland, wo er in einem Krafttraum die Muskeln wieder auftrainieren kann. Am Sonntag fliegt der 25-jährige Flügelspieler wieder dorthin. Mit einer Sorge weniger im Gepäck: Gestern unterzeichnete Jörg Lütcke einen Zweijahresvertrag bei Alba Berlin.

Nach nur drei Gesprächen waren sich beide Seiten einig. "Ich wollte bei Alba noch für zwei Jahre bleiben, und Alba wollte das auch", sagt Lütcke. Zwar hatte er mit seinem Freund Stephan Baeck, der beim Neu-Bundesligisten Cologne 99ers Manager ist, schon mal über einen Wechsel gesprochen, doch ein ernsthaftes Angebot hat es nicht gegeben. "Ich habe mich nicht groß umgehört", erzählt der Nationalspieler, "ich wollte erst mit Alba reden." Sein nächster Termin ist nun der 18. Juli, wenn die Nationalmannschaft die Vorbereitung für die Europameisterschaft beginnt. Wegen der Verletzung ist Lütckes Teilnahme daran fraglich. "Ich hoffe, dass es klappt, aber man muss das abwarten."

Den Ausschlag für seine Vertragsunterzeichnung gaben sportliche Gründe. Mit Berlin kann er im kommenden Jahr den sechsten Deutschen Meistertitel in Serie holen und in der besten Liga Europas, der Euroleague, spielen. Alba hat nun fast die komplette Mannschaft der vergangenen Saison verpflichtet. Nur mit den US-Amerikanern Derrick Phelps und Wendell Alexis verhandelt Alba noch. Mit einer eingespielten Mannschaft anzutreten, sieht Lütcke nicht nur als Vorteil. "Alle müssen auch heiß sein auf das nächste Jahr", sagt er. Ein neuer Spieler könne neue Impulse in die Mannschaft bringen. "Aber die müssen nun von unseren jungen Spielern kommen."

Lütcke personifiziert das Programm Alba Berlin wie kein anderer. Der Dreipunkte-Spezialist holte schon mit dem Kooperationspartner TuS Lichterfelde vier Deutsche Jugendmeisterschaften, bei Alba wird er nun die Jahre sieben und acht verbringen. So muss es aber nicht immer weitergehen. "Ich habe schon vor, mal ins Ausland zu gehen", sagt Lütcke, "aber momentan ist das noch ein zu riskanter Schritt."

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