Alba Berlin vor dem Spiel gegen Bamberg : Null Prozent Showtime

Cliff Hammonds ist ein Schlüsselspieler bei Alba, steht für Einsatz und harte Arbeit – doch der Spielmacher sucht noch nach seiner Play-off-Form. Dabei kommt es gerade jetzt auf den 29-Jährigen an.

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Arbeiter als Antreiber: Cliff Hammonds am Ball für Alba Berlin.
Arbeiter als Antreiber: Cliff Hammonds am Ball für Alba Berlin.Foto: imago

Es gibt Basketballspieler, die sind stolz auf Tricksereien und spektakuläre Show-Einlagen. Cliff Hammonds gehört nicht dazu. Alba Berlins Aufbauspieler ist ein recht wortkarger Zeitgenosse – doch bei der Frage nach einer missglückten Aktion im Spiel gegen den FC Bayern vor einer Woche sprudeln doch einige Sätze aus ihm heraus. „Ich habe keinen Pass hinter dem Rücken versucht. Bestimmt nicht“, sagt der 29-Jährige ein bisschen verärgert. „Ich weiß ja nicht, welches Spiel Sie gesehen haben, aber das habe ich nicht gemacht.“ Ein Pass hinter dem Rücken, ein leichtfertiger Ballverlust – das passt nicht zu Cliff Hammonds.

Der Mann aus Fort Bragg, North Carolina, steht nicht für Showtime, sondern für harte Arbeit und ein Spiel ohne Schnörkel. So wie das gesamte Alba-Team, das im letzten Spiel der regulären Saison am heutigen Sonntag (17 Uhr, Arena am Ostbahnhof) die Baskets Bamberg schlagen und sich den ersten Tabellenplatz vor den Play-offs sichern will. Hammonds, in dieser Spielzeit zum zweiten Mal hintereinander als bester Verteidiger der Basketball-Bundesliga ausgezeichnet, ist einer der Schlüsselspieler bei den Berlinern. Er steht für den in dieser Saison so erfolgreichen Ansatz, kompromisslos zu verteidigen und im Angriff methodisch und geduldig vorzugehen.

Alba kann sich keinen weiteren Ausfall leisten

Umso schmerzhafter war es für Trainer Sasa Obradovic und sein Team, dass Hammonds zuletzt nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Er kämpft immer noch mit den Nachwirkungen einer Verletzung des Syndesmosebands im rechten Sprunggelenk, die er sich am 22. Februar in Ludwigsburg zugezogen hat. „Ich habe noch ein paar Probleme, ich bin noch nicht wieder hundertprozentig fit“, sagt Hammonds. „Aber zu diesem Zeitpunkt in der Saison hat jeder Probleme – man muss sich eben durchkämpfen.“ Immer wieder schwillt sein Knöchel an, die fast schon verschwundenen Schmerzen kehren zurück.

Nachdem die Berliner Jonathan Tabu Anfang der Woche aus seinem Vertrag entlassen haben, kann sich Alba keinen weiteren Ausfall auf der Spielmacher-Position leisten. Auf Hammonds kommt noch mehr Verantwortung zu. Am Donnerstag beim 87:74-Sieg gegen Bremerhaven stand der Linkshänder wieder einmal länger auf dem Feld als alle anderen Alba-Profis. „Wenn Cliff auch nur ein Prozent Fitness fehlt, ist er nicht derselbe“, sagt Obradovic allerdings. Hammonds lebt von seiner physischen Verfassung, an der er mit Hingabe und eiserner Disziplin in jeder Trainingseinheit arbeitet. Seit seiner Verletzungspause unterlaufen dem vierfachen Vater aber häufiger unnötige Ballverluste, die man von dem sonst so zuverlässigen Spielmacher nicht kannte. „Ich muss mich darauf einstellen und mich einfach darauf konzentrieren, besser auf den Ball aufzupassen“, sagt Hammonds schlicht.

Hammonds: Keine konkreten Gespräche mit Bosnien

Mehr als 50 Spiele hat Cliff Hammonds in dieser Saison schon in den Knochen, wenn es gut für die Berliner läuft, kommen noch mindestens zehn dazu bis zum ersehnten Meistertitel nach den Play-offs. Erst dann darf sich Hammonds ausruhen. Allerdings zeigt die Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas angeblich Interesse daran, den früheren Bosnischen Meister einzubürgern und ihn bei der Europameisterschaft im September einzusetzen. In diesem Falle wäre es wohl nichts mit der Pause. „Von dem Gerücht habe ich auch gehört“, sagt Hammonds selbst. „Es gibt aber keine konkreten Gespräche.“

Zunächst steht ohnehin die Bundesliga im Vordergrund. Schlagen die Berliner heute Bamberg, treffen sie zum Play-off-Start auf den Tabellenachten Ludwigsburg. Verlieren sie, ist Pokalsieger Oldenburg der Viertelfinalgegner. Cliff Hammonds ist ohnehin nicht der Typ Basketballer, der sich über solche Gedankenspiele und mögliche Play-off-Konstellationen jetzt schon den Kopf zerbricht.

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