Sport : Alba dankt Amerika

Beim 84:70-Sieg in der Europaliga gegen Zagreb feiern die Fans DeJuan Collins und Quadre Lollis

Benedikt Voigt

Berlin. Das gestrige Spiel hatte sogar Interesse in den USA geweckt. Ein Chefscout aus der nordamerikanischen Profiliga NBA hatte in der ersten Reihe der Max-Schmeling-Halle Platz genommmen. „Ich beobachte beide Mannschaften“ erklärte Dave Babcock von den Milwaukee Bucks. Geht es nach dem Ergebnis, müsste er sich einen Spieler von Alba Berlin notiert haben. Der Mannschaft von Trainer Emir Mutapcic gelang gestern vor 4593 Zuschauern beim 84:70 (32:35) über Cibona Zagreb der erste Heimsieg in der Euroleague in dieser Saison. Damit verbesserte sich Alba in der Gruppe A auf zwei Siege und drei Niederlagen und zog mit den Kroaten gleich. Alba hat den Aufwärtstrend der letzten Spiele fortgesetzt.

Eine schlechte Nachricht mussten die Berliner schon vorher verkraften. Jörg Lütcke hatte sich im Training erneut an der Wade verletzt und fiel aus. Alba ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und begann mit dem Selbstbewusstsein, das sich die Spieler durch die Auswärtssiege in Athen (88:87) und Braunschweig (80:67) erarbeitet hatten. DeJuan Collins und Quadre Lollis brachten Alba mit 8:0 in Führung. Bis zur 5. Minute wurde der Vorsprung auf 16:3 ausgebaut.

Nach den ersten zehn Minuten (22:12) waren aber Lollis mit drei Fouls und Collins mit zwei belastet, so dass sie vorsichtshalber aussetzten. Es folgten schlimme zehn Minuten für die Berliner mit einer Negativserie von 3:17 Punkten. Kein einziger Feldwurf war in den Korb gefallen. Erst als Mutapcic Collins wieder einwechselte, wurde es in der Offensive besser. Ein Dreipunktewurf von Marko Pesic verkürzte auf 32:35 zur Halbzeit. Erst nach der Pause orderte Mutapcic auch Lollis wieder auf das Spielfeld. Prompt lief es. Mit seinem zweiten Dreipunktewurf brachte er sein Team zum ersten Mal seit dem zweiten Viertel in Führung: 42:39. Und es kam noch besser. Alba fand immer wieder die freien Collins, Lollis oder Pesic. Die Folge waren 20:0 Punkte am Stück. Den Vorsprung hielt Alba bis zum Ende des dritten Viertels (62:47). Als Collins auf die Bank musste, feierten ihn die Fans mit Sprechchören.

Im letzten Abschnitt ließ sich Alba auch dadurch nicht mehr aus dem Konzept bringen, dass Mithat Demirel, Collins und Pesic mit je fünf Fouls ausschieden. Zagreb kam auf 72:63 heran. Wichtig aber war, dass der beste Spieler der Partie auf dem Platz blieb: Quadre Lollis. Der US-Amerikaner holte weiter spektakuläre Rebounds und einen Dunking. Insgesamt kam Lollis auf 21 Punkte und 14 Rebounds. Um ihn zu sehen, hätte der Scout aus Milwaukee jedoch nicht nach Berlin kommen müssen. Dave Babcock kennt ihn längst: „Lollis hat früher mit seinem College gegen mein College gespielt."

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