Alba gegen Bonn : Nicht so durchgedreht

Vor gut vier Monaten scheiterte Alba in den Play-offs gegen Bonn. Am Freitag treffen die beide Teams wieder aufeinander. Albas Gegner setzt dabei auf viele neue Profis.

Helen Ruwald

Berlin - Der 11. Juni ist noch nicht vergessen. „Das steckt noch in den Köpfen“, sagt Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi. Tief getroffen hat die Berliner dieser Donnerstagabend vor viereinhalb Monaten, an dem die Baskets Bonn all ihre Hoffnungen zunichte machten. Im fünften Spiel einer dramatischen Halbfinal-Serie, in der Alba schon mit 0:2 Spielen zurück gelegen hatte, setzten sie sich in Berlin 82:71 durch und scheiterten erst im Finale an Oldenburg. Heute Abend (19.10 Uhr, live im DSF) treffen beide Teams in Bonn erstmals wieder aufeinander.

Mit Ausnahme von Kenan Bajramovic waren alle Berliner Profis im Juni dabei – im Gegensatz zu einigen ihrer Bonner Kollegen. Alba setzt im Titelkampf auf Kontinuität, Bonn auf Wandel. Vier der fünf Spieler in der Startformation tragen erst seit dieser Saison Bonns Trikot. „Letztes Jahr waren die Bonner unberechenbar“, sagt Baldi, „da hatten sie Individualisten, die auf dem Feld im positiven oder negativen Sinn durchgedreht sind. Jetzt sind die Amplituden geringer. Bonn ist nicht nur von der Tagesform Einzelner abhängig.“ Durch ein einheitlicheres Niveau wolle der Konkurrent seine Chance erhöhen, um nach fünf zweiten Plätzen endlich den ersehnten Meistertitel feiern zu können.

Bonns Trainer Michael Koch verweist zudem auf wirtschaftliche Gründe. Profis wie Brandon Bowman und Earl Jarrod Rowland habe man nicht halten können. Die Zugänge haben an den ersten Spieltagen ihre Klasse durchaus bewiesen. Der aus Paderborn gekommene Center Chris Ensminger holte beim Sieg in Frankfurt am vorigen Wochenende 14 Rebounds, Tim Ohlbrecht gelangen in 18 Minuten Spielzeit 20 Punkte und der neue Spielmacher Jared Jordan begeisterte am ersten Spieltag in Ulm mit 14 Assists.

Trotz der Verstärkungen musste Bonn vor zwei Wochen gegen den Aufsteiger Mitteldeutscher BC eine 71:91-Heimniederlage einstecken. „Das war ein Warnschuss. Wir haben zu lasch gespielt und hatten die falsche Einstellung“, sagt Trainer Koch. Gegen Alba Berlin wird sich so ein Auftritt heute Abend sicher nicht wiederholen.

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