Alba im Artland : Fettig und heiß

Alba Berlin tritt in Quakenbrück an. Beim vorentscheidenden Duell mit den Artland Dragons, die Alba bereits zweimal schlugen, geht es um Platz drei. Dafür griff Trainer Muli Katzurin auf eine ungewöhnliche Vorbereitung mit Fast Food zurück.

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Das große Strecken. Für Albas Derrick Allen geht es heute um eine gute Ausgangsposition vor den Play-offs.
Das große Strecken. Für Albas Derrick Allen geht es heute um eine gute Ausgangsposition vor den Play-offs.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Die Vorbereitung auf das vorentscheidende Spiel der regulären Saison begann mit einem gemütlichen Fernsehnachmittag und Kentucky Fried Chicken. Am vergangenen Samstag versammelte Trainer Muli Katzurin seine Basketballer vor dem Fernseher in Alba Berlins Trainingszentrum, auf dem Programm stand fettiges Junk Food und das Pokal-Halbfinale zwischen Bamberg und den Artland Dragons aus Quakenbrück. „Es war eine gute Möglichkeit, als Team zusammen zu sein und mal etwas anderes zu machen, als zu trainieren“, sagt Katzurin. Parallel zum Freizeitspaß ging es aber auch darum, den nächsten Gegner zu beobachten – schließlich steht bei Albas heutigem Auftritt in Quakenbrück viel auf dem Spiel.

„Es ist nicht so, dass dieses Spiel unsere Saison entscheidet“, sagt Albas Power Forward Derrick Allen. „Aber es ist sehr wichtig.“ Die auf Platz vier liegenden Berliner treffen auf den punktgleichen Dritten aus dem Artland, Alba kann sowohl Quakenbrück als auch die zweitplatzierten Frankfurt Skyliners noch einholen und sich so eine bessere Ausgangsposition vor den Play-offs erarbeiten. „Das Spiel in Quakenbrück wird sehr viel darüber aussagen, wie die Tabelle am Ende aussieht“, glaubt Katzurin. In dieser Saison hat Alba schon zweimal – im Bundesliga-Hinspiel und im Pokal – gegen die Dragons verloren, entsprechend heiß sind die Berliner auf eine Revanche. Für das gemeinsame Fernseh-Erlebnis hatte Katzurin seinen Spielern auch eine kleine Lern-Aufgabe mitgegeben. „Der Trainer wollte, dass wir auf die Spielzüge achten“, sagt Derrick Allen.

Als Tabellenvierter würde Alba in der ersten Runde der Play-offs auf den Fünften treffen. Diese Konstellation dürfte den Berliner weniger Kopfzerbrechen bereiten als die zweite Konsequenz aus dieser Platzierung: Im Halbfinale würde der Titelverteidiger und frisch gekürte Pokalsieger aus Bamberg warten – das Team, dem jeder so lange wie möglich aus dem Weg gehen will. Aufbauspieler Taylor Rochestie möchte sich allerdings noch nicht allzu viel mit der Anfang Mai beginnenden K.o.-Runde beschäftigen. „Es ist wichtiger, guten Basketball zu spielen, als sich Gedanken um die Platzierung vor den Play-offs zu machen“, sagt Rochestie. „Wenn du Meister werden willst, musst du Bamberg früher oder später sowieso schlagen.“ Auch Derrick Allen will der Ausgangslage vor den Play-offs nicht zu viel Bedeutung beimessen – aus eigener Erfahrung. „Letztes Jahr war ich mit Frankfurt Siebter nach der regulären Saison, dann haben wir Alba rausgeworfen, sind ins Finale eingezogen und haben da erst in letzter Sekunde verloren“, sagt der 30-Jährige. „Wenn die Play-offs anfangen, beginnt eine neue Saison.“ Vier Spiele erwarten Alba nach der heutigen Partie noch. Am Sonnabend ist Gießen zu Gast in Berlin, es folgen Auswärtsspiele in Göttingen und Bremerhaven, ehe die reguläre Saison am Ostersamstag mit einem Heimspiel gegen Tübingen endet. „Unser Restprogramm ist das Härteste“, meint Katzurin. Deswegen war der Israeli glücklich darüber, durch das Verpassen des Pokal-Top-Fours viel Zeit zum Training zu haben. Katzurins Freude wurde allerdings getrübt, da einige Spieler angeschlagen waren und er nie den vollständigen Kader beisammen hatte. Flügelspieler Immanuel McElroy hat immer noch mit Rückenproblemen zu kämpfen und trat die Reise ins Artland gestern gar nicht erst an.

Nach dem Fast-Food-Nachmittag am vergangenen Samstag hat Katzurin die Taktik der Quakenbrücker noch einmal in leichter verdauliche Video-Häppchen zerlegt. „Wir können von Spielern nicht verlangen, sich ein ganzes Spiel wie ein Coach anzusehen“, sagt der 56-Jährige. Gut genährt und genau informiert sollten die Berliner heute aber trotzdem sein.

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