Sport : Alba komplett: Team für neue Saison steht

Berliner verpflichten Jesse Owens’ Großneffen

Benedikt Voigt

Berlin - Ein Asiate fehlt Alba Berlin noch. Aber auch ohne einen Chinesen oder Japaner im Team wird der Berliner Basketballklub seinen Fans in der kommenden Saison eine kleine Weltauswahl präsentieren. „Der Markt ist unglaublich liberal geworden“, sagt Marco Baldi, Geschäftsführer der Alba GmbH. Seiner neuen Mannschaft ist das anzusehen. Die USA und Deutschland stellen darin mit jeweils vier Spielern das größte Kontingent, hinzu kommen zwei Serben, ein Kroate, ein Litauer, ein Kameruner und ein Nigerianer.

Mit dieser multinationalen Auswahl will Alba Berlin in der kommenden Saison endlich den achten deutschen Meistertitel holen. „Und mit Sicherheit wollen wir im Uleb-Cup weiter kommen, als das in den letzten zwei Jahren der Fall war“, sagt Baldi. Für dieses Unterfangen hat Alba Berlin gestern die letzten beiden Spieler verpflichtet. Als Power Forward kommt der 2,04 Meter große Amerikaner Chris Owens, ein Großneffe des vierfachen Olympiasiegers von 1936, Jesse Owens. „Er ist sehr athletisch und ein guter Rebounder“, sagt Baldi, „Trainer Henrik Rödl hat ihn schon seit längerem ins Herz geschlossen.“ Zuletzt erzielte der 27-Jährige für Panionios Athen durchschnittlich 15,1 Punkte und fing 9,9 Rebounds. Zudem wird der Serbe Nenad Canak ins Team zurückkehren. Damit ist klar, dass Quadre Lollis, Mike Penberthy, Stephen Arigbabu und Luke Whitehead nicht zu Alba zurückkehren.

„Diese neue Mannschaft hat hervorragendes Potential“, sagt Baldi, „jetzt muss der Prozess eingeläutet werden, damit die Mannschaft zusammenwächst.“ Die Berliner versammeln in der kommenden Spielzeit unter dem Korb eine große Defensivmacht. Gegen den 2,12 Meter großen Ruben Boumtje-Boumtje, den sprunggewaltigen Sharrod Ford oder den reboundstarken Chris Owens dürfte es nicht einfach werden, Punkte zu erzielen. „Mit diesen Spielern im Rücken tun sich auch die Außenspieler in der Verteidigung leichter, aggressiver draufzugehen“, sagt Baldi. Der Geschäftsführer traut seinem Team auch in der Offensive einiges zu. „Diese Mannschaft ist reboundstark und wird daher auch gut Fast Break spielen können.“

Finanziell ist die Mannschaft teurer als im vergangenen Jahr. „Um nicht ganz zehn Prozent“, sagt Marco Baldi. Dadurch stieg der Gesamtetat des Vereins und dürfte bei knapp sechs Millionen Euro liegen. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison sind geschaffen. In den vergangenen zwei Spielzeiten aber haben erst ein Dopingfall und dann Matej Mamics Unfall das Team aus dem Tritt gebracht. Baldi ist vorsichtig mit Prognosen, er sagt: „Wir wissen, was alles auf dem Weg passieren kann.“

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