Sport : Alba unterliegt Bremerhaven 79:85

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Berlin - Wilde Dreipunktewürfe! Krachende Dunkings! Fliegende Menschen! So viel Spektakel wie am Samstagabend war den Alba-Fans schon lange nicht mehr geboten worden. Ärgerlich aus Sicht der Berliner war nur, dass der Großteil der Highlights von den Eisbären Bremerhaven gezeigt wurde. Alba begann gegen den Drittletzten der Bundesliga schwach, kämpfte sich zurück ins Spiel und unterlag am Ende 79:85 (40:46). Nach dem 50:75 in Saragossa am Mittwoch war es die zweite Niederlage in Folge für das Team von Trainer Sasa Obradovic. „Wir sind nur sehr langsam ins Spiel gekommen, wie gegen Saragossa“, sagte Albas Akeem Vargas. „Das hat uns am Ende gekillt.“

Alba wollte vor 8441 Zuschauern in der eigenen Arena zunächst rein gar nichts gelingen. Neun Minuten lang erzielten die Berliner im ersten Viertel keinen einzigen Feldkorb, auf der Gegenseite traf Bremerhaven traumwandlerisch sicher. Zwischenzeitlich lagen die Gäste mit 16 Punkten in Führung. Die Mannschaft trat keineswegs wie ein Team vom Tabellenende auf, sondern schien vor Selbstbewusstsein zu platzen. Einen Dunking-Versuch von Darius Adams konnte Alba- Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann noch spektakulär blocken, bei den nächsten Highlights waren die Berliner aber nur Zuschauer. Erst hämmerte Anthony Smith den Ball durch den Ring, sein Mitspieler Brian Harper zeigte kurz darauf noch größere Flugkunst. Der spindeldürre Bremerhavener Power Forward überquerte das gesamte Spielfeld mit wenigen Riesenschritten und donnerte einen NBA-würdigen Dunk in den Korb.

Zu diesem Zeitpunkt, kurz vor der Halbzeit, hatten sich die Berliner aber gefangen und holten den Rückstand Punkt für Punkt auf. Kurz vor Ende des dritten Viertels konnten sie sogar erstmals nach langer Zeit in Führung gehen, abschütteln ließ sich Bremerhaven nicht. In einer hektischen Schlussphase unterliefen Alba zu viele Fehler, die Gäste profitierten von einigen zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen. Ein Alba-Fan mit knuffigen gelben Bienchen-Fühlern auf dem Kopf regte sich so sehr auf, dass er Richtung Spielfeld stürmte und eine Werbebande verschob. Der Ausraster des Bienenmanns war der letzte Höhepunkt eines abenteuerlichen Spiels. Lars Spannagel

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