Sport : Albas Comeback

Mit 91:73 gegen Frankfurt begeistern die Basketballer ihre Fans und erreichen das Meisterschafts-Halbfinale

Benedikt Voigt

Berlin. Auch Tom Böttcher wusste, worum es gestern Abend in der Max-Schmeling-Halle ging. Der Hallensprecher hatte entzündete Stimmbänder und konnte im entscheidenden fünften Spiel im Play-off-Viertelfinale kein Wort in das Hallenmikrophon sprechen. Um die Basketballer von Alba Berlin dennoch zu unterstützen stellte er sich in die erste Reihe zu den Alba-Fans im Block B und half als Trommler aus. Auch die übrigen Berliner Fans unter den 8390 Zuschauern waren besonders laut, denn sie wussten: Wenn ihr Team verliert, ist die Saison beendet.

Es geht weiter. Alba Berlin siegte gestern im fünften Viertelfinalspiel gegen die Opel Skyliners aus Frankfurt mit 91:73 (46:30) und gewann die Play-off-Serie gegen die Opel Skyliners aus Frankfurt mit 3:2. Bereits am kommenden Sonntag empfangen die Berliner in der Max-Schmeling-Halle (15 Uhr) TXU Energie Braunschweig zum ersten Halbfinalspiel. Ob dann Henrik Rödl dabei sein kann, ist ungewiss, denn er musste gestern verletzt ausscheiden.

Alba hatte in den ersten acht Minuten einen beeindruckenden Start mit 17:0 Punkten hingelegt. Immer wieder suchten sie Quadre Lollis unter dem Korb, der neun der ersten elf Punkte erzielte. „Wir haben im ersten Viertel das beste Basketball in dieser Saison gespielt“, sagte Trainer Emir Mutapcic später. Er hatte Mithat Demirel zunächst auf der Bank belassen und Stefano Garris in die Anfangsfünf beordert. Damit stärkte er die Defensive, denn der Nationalspieler hatte in der Bewachung von Frankfurts Aufbauspieler Pascal Roller eine Sonderaufgabe bekommen. Es dauerte dann auch acht Minuten, ehe die Frankfurter durch einen Dreipunktewurf von Andy Kwiatkowsky ihre ersten Punkte erzielten: 17:3. Die Frankfurter starteten ihre Offensive so, wie ihre ungefähr 100 Fans in die Halle kamen – mit gehöriger Verspätung. Alba nutzte das zu einer 24:6-Führung im ersten Viertel. Im vorhergehenden Spiel in Frankfurt, das die Berliner 74:87 verloren, hatten sie das zweite Viertel schwach gespielt. Auch diesmal verloren sie den zweiten Abschnitt mit 22:24, doch aufgrund der guten Startphase blieb Alba auch zur Pause ein beruhigender Vorsprung. Vor allem, weil Quadre Lollis plötzlich auch noch seine Qualitäten aus der Distanz entdeckte, drei Dreipunktewürfe traf und bis zur Halbzeit 21 Punkte und sechs Rebounds gesammelt hatte. Keiner seiner Würfe aus dem Feld hatten bis zur Pause den Korb verfehlt. Den ersten Fehlversuch hob sich der US-Amerikaner für den Beginn der zweiten Halbzeit auf. Doch weil sich nun auch Jovo Stanojevic immer besser unter dem Korb durchsetzten konnte und die gesamte Mannschaft in der Verteidigung aggressiv blieb, bauten die Berliner ihren Vorsprung auf 66:39 aus. Die Fans machten das Spiel endgültig zu einem Basketball-Fest, sie starteten die Welle. Das Spiel war entschieden. Trainer Mutapcic ließ alle neun Spieler, die auf seiner Bank saßen, ausreichend spielen. Auch der 20-Jährige Guido Grünheid durfte vier Punkte erzielen, Stefano Garris und Vladimir Petrovic rissen die Zuschauer mit Dunkings von den Sitzen. Alba hat sich gestern Abend im Kampf um die Deutsche Meisterschaft beeindruckend zurückgemeldet.

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