Sport : All die schönen Pferde…

… aber welches gewinnt? So finden sich Wett-Anfänger auf der Rennbahn zurecht

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Von Christine-Felice Röhrs

Wenn Herr und Frau Anfänger auf der Rennbahn wetten wollen, jetzt, wo am Wochenende der Höhepunkt des Traber-Derbys in Mariendorf ansteht, sind sie ganz schön aufgeschmissen. All die schönen Pferde – aber welches gewinnt?

Um an Informationen zu kommen, sollten Herr und Frau Anfänger sich zunächst den „Berliner Traberkurier“ kaufen. Der kostet 2 Euro 30 und ist überall erhältlich. Nun schlagen Anfängers das Heft auf und sehen – Zahlensalat. Nicht verzagen. Mit ein bisschen Übung ist aus all den Codes und Ziffern nicht nur herauszulesen, wann und wo das Pferd startet, sondern auch, in welcher Form es ist und was es bereits gewonnen hat.

Auf jeder Seite ist also ein Rennen aufgeführt. Alle Seiten sind aufgeteilt in horizontale Spalten – für jedes Pferd eine Spalte. Im Rennen „Eckensteher Nante“ zum Beispiel läuft eines, das heißt „Oh My Girl Island“.

Der steht immer am Anfang der Spalte, gleich neben der Startnummer – in diesem Fall (siehe Foto) die Sieben. Unter dem Pferd steht der Name des Fahrers: hier Heiner Christiansen, darunter der des Trainers. Unterhalb des Trainernamens findet sich den ersten Zahlenwirrwarr: 1:18,6 2002. Das zeigt den persönlichen Rekord des Pferdes im Jahr 2002 auf tausend Meter gerechnet: eine Minute und 18,6 Sekunden. Nun lässt sich diese Bestzeit leicht vergleichen mit denen der Konkurrenten. Das hilft schon, einen Favoriten auszumachen.

Der nebenstehende Block ist zeilenweise von links nach rechts zu lesen. Dort steht für Oh My Girl Island in der ersten Zeile: 4j. F. Stute 2.800 EUR. Bedeutet: Oh My Girl Island ist vier Jahre alt, eine fuchsfarbene, also rote Stute und hat bisher 2800 Euro an Preisgeldern erlaufen. Die beiden Namen in der Zeile darunter – Twelve Meter-French Island – geben den Vater und die Mutter an.

In der dritten Zeile geht es weiter mit den Zahlencodes: 01: 0 0 0 23,4 0 EUR. Bedeutet: Oh My Girl Island ist im Jahr 2001 nullmal gestartet, wurde nullmal platziert (als Erster, Zweiter oder Dritter), hat folglich nullmal gewonnen und dementsprechend null Euro erlaufen. Die 23,4 zwischen den Nullen verweist wieder auf die Schnelligkeit auf tausend Metern. Der Einfachheit halber lassen die Redakteure des Heftes an dieser Stelle immer die dazugehörige eine Minute (1:) weg.

Jetzt ist die nächste Zeile leicht zu verstehen. 02: 5 4 0 18,6. Heißt: Oh My Girl Island ist im Jahr 2002 fünfmal gestartet, wurde viermal platziert und hat nullmal gewonnen. Die beste Zeit auf tausend Meter war eine Minute, 18,6 Sekunden.

Nun haben wir hier aus Platzgründen nur den ersten Block erklärt und gezeigt. Wichtig für den Anfänger ist aber noch die gefettete Zahl ganz am Ende der Spalte. Im Fall von Oh My Girl Island steht da 1/2. Das ist der Tipp des „Traberkuriers“. Er prognostiziert, dass Oh My Girl Island Erste oder Zweite wird.

Herr und Frau Anfänger werden nun zu den Wettschaltern gehen und am besten auf Sieg wetten. Das ist am einfachsten. Dafür brauchen sie keinen Wettschein, nur die Ansage, dass sie dieses oder jenes Pferd für den Favoriten halten. Mindesteinsatz: ein Euro.

Wenn sie auf das gleiche Pferd gewettet haben wie alle anderen, wird die Quote niedriger, das heißt, dass Anfängers sich den Gewinn mit vielen werden teilen müssen. Die Quote lässt sich übrigens an der Anzeigetafel im Bahnrund ablesen. Auch hier ist wieder ein bisschen Kopfrechnen nötig: Sie wird immer auf einen Einsatz von zehn Euro gerechnet. Wenn also eine Quote von 122 ausgewiesen wird, heißt das, dass der, der zehn Euro auf den Sieger gesetzt hat, 122 Euro gewinnt. Der, der nur einen Euro eingesetzt hat, bekommt dementsprechend ein Zehntel, also 12 Euro 20. Das ist doch ein Anfang.

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