Sport : All-Star-Game der BBL: Deutsch-amerikanische Freundschaft

Benedikt Voigt

Mindestens ein deutscher Nationalspieler sollte sich vor einem Besuch in der Max-Schmeling-Halle ein wenig fürchten. "Wir werden ihn schon triezen", kündigt Jörg Schlockermann vom Deutschen Sportfernsehen an, "er bekommt ein paar Sonderaufgaben." Das könnte lustig werden, denn Mehmet Scholl war bislang lediglich für seine Freistoß-Varianten bekannt. Wie aber steht es um die Freiwurfkünste des Fußball-Nationalspielers? Das heutige All-Star-Spiel der Basketball-Bundesliga (BBL) verspricht Aufklärung (20.30 Uhr, live im DSF).

Weil der gesamte All-Star-Day der BBL (ab 13.30 Uhr Dunking-Wettbewerb, Rookie All-Star-Game, Unterhaltungsprogramm) unter dem Motto "Für Demokratie und Toleranz" steht, wirken neben Scholl weitere Prominente wie Axel Schulz oder Sönke Wortmann mit. Überhaupt gilt das Motto dieses Aktionstages für die Politik gelten, die der Ligavorsitzende im Basketball bei der aktuellen Diskussion über die Quotierung der Ausländerplätze im Sport vertritt. "Im Fußball fängt man schon wieder an, die Ausländer auszugrenzen", sagt Otto Reintjes, "das finde ich nicht gut." Der BBL-Commissioner will das Ausländerkontingent nicht beschränken. "Die Gesellschaften werden immer internationaler, da ist es falsch, im Sport einen Sonderweg zu gehen." Das All-Star-Spiel ist ein gutes Beispiel dafür, wie international die BBL inzwischen geworden ist. Von den 24 Spielern, die die Fans auswählten, besitzen nur sieben einen deutschen Pass.

In die von US-Amerikanern dominierte Startformation haben es nur die deutschen Nationalspieler Marko Pesic(Norden) und Robert Garrett (Süden) geschafft. Das entspricht weitgehend dem Bild, das die Liga momentan abgibt. Bei Telekom Baskets Bonn sind nur vier Deutsche unter den besten zehn Akteuren. Die deutschen Nationalspieler verdienen ihr Geld inzwischen in der Mehrzahl im Ausland. Dennoch will Reintjes deutsche Nachwuchsspieler nicht über eine Quotierung fördern, wie sie momentan die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) plant. Jeder Klub soll dort mindestens vier junge Deutsche im Kader haben. "Davon halte ich überhaupt nichts", sagt der BBL-Commissioner, "wir müssen die Jugendlichen leistungsbedingt fördern, durch Internate und Stipendien."

Eine solche Förderung freilich brauchen jene Basketballer nicht mehr, die heute in der fast ausverkauften Max-Schmeling-Halle mit krachenden Dunkings und spektakulären Tricks für Unterhaltung sorgen sollen. Alba Berlins Flügelspieler Wendell Alexis, der die meisten Stimmen bekam, dürfte sich allerdings wegen seiner Verletzungsprobleme aus den Showeinlagen heraushalten - falls er überhaupt spielt. Dafür kann dann Mehmet Scholl einspringen. "Wenn ich 30 Zentimeter größer wäre, würde ich vielleicht mitspielen", hat der Fußballer vom FC Bayern München gesagt. An der Freiwurflinie wird sich zeigen, ob die Natur bei ihm nicht doch alles richtig gemacht hat.

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