Sport : Alle für einen

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Robert Ide über fünf Städte und

eine deutsche Olympiabewerbung

Hamburg liegt vorn. Die Hansestadt hat die beste deutsche Bewerbung für Olympia 2012 abgegeben. Das jedenfalls ist das Urteil von 13 Gutachtern des Nationalen Olympischen Komitees. Sie waren beeindruckt vom Konzept der Spiele, die am Wasser stattfinden und doch mitten in der Stadt. Leipzig, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart waren nicht ganz so gut. Aber sie haben noch einen Monat Zeit, um zu überzeugen. Erst am 12. April fällt die Entscheidung. Das Rennen geht also weiter.

Dabei muss allen klar sein: Nicht Hamburg oder eine andere Stadt tritt für die Spiele an, sondern Deutschland. Nur gemeinsam kann das Land gewinnen. Die internationale Konkurrenz ist gewaltig: New York, Paris, London und Rio de Janeiro. Da entscheidet jeder Fehler, jedes falsche Wort.

Falsche Worte sind bereits gefallen. Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Henning Voscherau hat beklagt, dass beim Kampf um Olympia „politische Türmchen“ gebaut werden und so kaum verhohlen die Lobbyarbeit Düsseldorfs kritisiert. Und Peer Steinbrück, Ministerpräsident von NordrheinWestfalen, hat allen deutschen Bewerbern für ihre Fairness gedankt – außer Hamburg. Einer deutschen Bewerbung hilft das nicht.

Es ist ganz einfach: Ohne Einigkeit gibt es nur Verlierer. Eine Olympiabewerbung ist kein Wettbewerb, welche deutsche Stadt am schönsten ist. Sie ist ein globaler Wettlauf um das größte Sportereignis der Welt. Wenn vier beleidigte Verlierer den Sieger allein lassen, bleibt Olympia in Deutschland nur ein Traum. Und das Rennen war umsonst.

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