Sport : Alle schauen nach München

Der FC Bayern will Meister Bamberg stürzen.

Berlin - Wie lange die krachende Nachricht vom vergangenen Donnerstag noch nachhallen wird, kann niemand sagen. Der FC Bayern um den ehemaligen Bundestrainer Dirk Bauermann hatte sich durch hochklassige Verstärkungen zu einem der Topfavoriten auf den Basketball-Meistertitel gemacht – ehe die Münchner den 54-Jährigen sechs Tage vor Saisonbeginn völlig überraschend vor die Tür setzten. Ob Bauermanns Assistent Yannis Christopoulos als sein Nachfolger tatsächlich um den Titel mitspielen können wird, ist angesichts der großen Unruhe nun äußerst fraglich. Die Pläne der Bayern bleiben aber auch nach Bauermanns Entlassung ambitioniert: Präsident Uli Hoeneß hat die Meisterschaft als Ziel ausgegeben.

Das Team, das die Bayern und der Rest der Konkurrenz dafür schlagen müssen, heißt aber wie in den vergangenen Jahren Baskets Bamberg. Die Franken haben zuletzt dreimal in Folge das Double aus Meisterschaft und Pokal gewonnen. In diesem Sommer allerdings gelang es Manager Wolfgang Heyder nicht, seine Mannschaft nahezu komplett zusammenzuhalten. Stattdessen mussten auch die Bamberger umbauen, der Vorteil, ein eingespieltes Team in die Saison zu schicken, scheint dahin. Dass aber auch die Neuen nicht zu verachten sind, bewies der Titelverteidiger am Sonntag: Bamberg besiegte beim Champions-Cup den Vorjahresfinalisten Ulm mit 102:98 nach Verlängerung. Bester Werfer war dabei Neuzugang Bostjan Nachbar, dem 32-jährigen Slowenen gelangen sechs Dreipunktewürfe und insgesamt 26 Punkte.

Die Verpflichtung Nachbars ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Basketball-Bundesliga (BBL) auf einem guten Weg befindet: Vor ein paar Jahren wäre der langjährige NBA-Profi niemals in der finanziellen Reichweite eines deutschen Klubs gewesen. Die Zuschauerzahlen, Werbeerlöse und Einschaltquoten in der BBL steigen, während die lange führenden Ligen in Südeuropa mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Ob dieser Aufstieg anhält, wird auch mit dem sportlichen Schicksal der Bayern-Basketballer zu tun haben – ob mit oder ohne Dirk Bauermann. Neben dem Spartensender Sport1 wird in dieser Saison jedenfalls auch Kabel 1 Bundesliga-Partien übertragen. Allerdings hat der Sender von vornherein bekannt gegeben, dass es sich dabei fast ausschließlich um Spiele der Bayern handeln wird. lsp

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