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Schwache Kulisse in Hamburg: Handball-Funktionäre kritisiert

Erik Eggers

Hamburg. Stefan Kretzschmar hatte schon bei der letzten Weltmeisterschaft in Portugal Kritik am amateurhaften Verhalten der Funktionäre im Deutschen Handball- Bund (DHB) geübt. Am Dienstagabend, als gerade mal 3500 Zuschauer in der riesigen Color-Line-Arena von Hamburg das Länderspiel Deutschlands gegen Serbien-Montenegro (28:22) verfolgten, waren auch Nationalmannschaftskollegen Kretzschmars sauer. „Das Spiel wurde schlecht vermarktet“, kritisierte Daniel Stephan. Sein Kollege Henning Fritz hatte bei einer Mannschaftstour durch die Hansestadt „nicht wahrgenommen, dass heute Abend hier Weltklassehandball zu sehen ist“. Und Frank von Behren vermutete, dass „die Karten wahrscheinlich zu teuer waren“.

Die DHB-Verantwortliche sprachen später von einer „zu geringen Vorlaufzeit“, räumten aber immerhin Fehler ein. „Wir hätten früher mit der Werbung anfangen müssen“, sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach, der gleichzeitig Besserung gelobte. Bis zur Europameisterschaft im Januar in Slowenien, sagt Strombach, „haben wir eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit“, was kaum zu glauben ist angesichts des derzeit eher desaströsen Zustandes.

Erfreulich war immerhin, dass die beiden prominenten Langzeitverletzten Stephan (Lemgo) und von Behren (Gummersbach) ein, wenn auch kurzes, Comeback feierten. „Frank war noch unsicher, aber das ist normal bei dieser langen Pause“, und auch der frühere Welthandballer Stephan habe „noch körperliche Defizite“, sagte Bundestrainer Heiner Brand. „Deswegen habe ich ihnen gesagt, dass ich keine besonderen Dinge von ihnen erwarte.“

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