Sport : Alte, neue Heimat

Eishockey-Profi Butenschön entdeckt Deutschland

Claus Vetter

Berlin - Es gibt ihn wirklich. Sogar in der Größe von 1,95 Metern. Sven Butenschön, Eishockey-Profi, seit zwei Spielen in Diensten der Mannheimer Adler. Und mit denen tritt er heute (19.30 Uhr, Sportforum) bei den Eisbären an, bei denen er häufig im Gespräch war – was der 28-Jährige nicht versteht. „Vor Jahren haben die sich mal bei mir gemeldet.“ Damals wollte er nicht, diese Saison wollten sie ihn nicht. „Es hieß, die Eisbären hätten genügend Verteidiger.“

Butenschön ist in Itzehoe geboren. Seine Eltern wanderten in die kanadische Heimat seiner Mutter aus, als er zwei war. Erst mit sieben begann er mit dem Eishockey und hat es mit seiner Beharrlichkeit weit gebracht: Vergangene Saison hat sich der Blondschopf mit dem Kinnbart nach Umwegen über Reserveteams diverser NHL-Klubs bei den New York Islanders einen Stammplatz erkämpft – zum ungünstigen Zeitpunkt: Zurzeit wird in der Profiliga nicht gespielt, weil sich Klubbesitzer und Spieler nicht über eine Gehaltsobergrenze einigen können. Butenschön wechselte nach Mannheim und glaubt sogar, „dass die Saison in der NHL ausfällt“. Mannheim hätte nichts dagegen, dann würden er und die NHL-Profis Jochen Hecht und Cristobal Huet bis Saisonende bleiben.

Butenschön hat zwei Staatsbürgerschaften. Zu Deutschland hatte er bisher kein inniges Verhältnis. Das ändert sich gerade. Von den ersten erwachsenen Begegnungen mit der alten Heimat ist er begeistert. „Ich habe sogar schon Interviews auf Deutsch gegeben, es geht noch.“ Und erst die Atmosphäre in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): „Die Fans sind lauter als beim Endspiel um den Stanley-Cup.“ Der Stanley-Cup ist die Meistertrophäe in der NHL. Der Amerikaner Jim Dowd zum Beispiel hat sie schon gewonnen: Er stürmt ab heute für die Hamburg Freezers. Wie sieht es denn bei den Eisbären mit Verstärkung aus? „Wir bewegen uns“, sagt Manager Peter John Lee. Offensichtlich in eigenem Tempo. Butenschön ist erstaunt. „Die haben doch vier Ausländerplätze frei. Aber wenn ich mit Spielerm aus der NHL, die in die DEL wollen, rede, dann erzählen die mir von allen möglichen Klubs, aber nichts von den Eisbären.“

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