Amateur-Klasse : Christoph Zorn: Der Mahlsdorfer Torgarant

Christoph Zorn ist seit Jahren der konstanteste Torjäger in der Berlin-Liga. Trotz einiger Angebote aus höheren Ligen ist er bei Eintracht Mahlsdorf eine Institution.

Christoph Zorn trifft für die Mahlsdorfer seit zehn Jahren wie am Fließband.
Christoph Zorn trifft für die Mahlsdorfer seit zehn Jahren wie am Fließband.Foto: Eintracht Mahlsdorf

31, 24, 24, 24, 30, 26 – die Torausbeute von Christoph Zorn in den vergangenen Jahren ist beachtlich. In der Berlin-Liga trifft niemand so konstant wie der Stürmer von Eintracht Mahlsdorf. Was einerseits an seiner Qualität liegt, andererseits aber auch an seiner Vereinstreue. Aktuell spielt Zorn seine zehnte Saison für Mahlsdorfs Männerteam, getroffen hat er dabei über 200-mal.

Gute Torjäger gibt es in Berlins höchster Spielklasse immer wieder. Die meisten verlassen die Liga nach ein paar guten Jahren aber nach oben. „Ich hatte schon viele Angebote“, sagt Zorn, „ein Wechsel kam für mich aber nie in Frage.“ Unter den Interessenten waren große Namen wie der BFC Dynamo und TeBe, Fußball ist für ihn aber nur ein Hobby. „Ich bin berufstätig und wenn man überregional spielt, muss man da zu viele Abstriche machen“, sagt Zorn, der bei einer Digitaldruckerei im Vertrieb arbeitet.

Außerdem fühlt sich der 30-Jährige in Mahlsdorf einfach wohl. Hier wohnt er, hier begann er 1995 mit dem Fußball. „Wir sind als Team über Jahre zusammengewachsen und verstehen uns auch neben dem Platz gut“, sagt Zorn. Er gehört zu den Führungsspielern und kann auch mal laut werden, wenn es nicht läuft. In dieser Saison hat er schon wieder 20 Tore erzielt. Für die Abwehrspieler der Berlin-Liga gibt es eigentlich nur eine Hoffnung: den Aufstieg der Eintracht. „Mit Mahlsdorf wäre die Oberliga für mich zeitlich machbar“, sagt Zorn. Vermutlich wird es aber eher die Stammplatzierung zwischen Rang drei und sechs. Zumindest für Christoph Zorns Torekonto in der Berlin-Liga wäre das eine gute Nachricht.

Wir stellen hier besondere Typen aus unteren Ligen vor, egal ob Spieler, Fan oder Platzwart. Haben Sie Vorschläge? Schicken Sie eine E-Mail an sport@tagesspiegel.de

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