Sport : Amerikanischer Ehrgeiz

Wie Oldenburg Albas Basketballer schlagen will

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Berlin - Don Beck verzog das Gesicht, als weine er und schüttelte den Kopf. Ein Schiedsrichter hatte gegen seine Mannschaft entschieden, hatte ein Offensivfoul entdeckt, doch im Gesicht des Trainers der EWE Baskets Oldenburg spiegelte sich am Montagabend die gegenteilige Beurteilung wider. Sein Ärger besaß einen weiteren Grund: Dieser eine Pfiff hatte ihn wieder ein kleines Stück von seinem großen Ziel entfernt.

Don Beck möchte Alba Berlin mit den EWE Baskets Oldenburg aus den Play-offs werfen. „Wir wollen drei Spiele gewinnen“, sagt er. Heute empfangen die Oldenburger die Berliner zum zweiten Play-off-Viertelfinalspiel. Das erste hatten sie am Montag in Berlin 92:102 verloren. Noch nie hat in der Basketball-Bundesliga seit Einführung der Play-offs eine Nummer acht der Hauptrunde eine Nummer eins ausgeschaltet. Beck hält dennoch an seinem ehrgeizigen Ziel fest.

In früheren Jahren nahmen sich Albas Gegner in der ersten Play-off-Runde vor, erst einmal ein Spiel siegreich zu gestalten. „Vielleicht gibt es da einen kulturellen Unterschied“, sagt der US-Amerikaner Beck, „aber ich trete nicht an, um nur ein Spiel zu gewinnen.“ Sein Kotrainer Ralph Held ergänzt: „Wir haben viele amerikanische Spieler und die wollen eine Play-off-Runde auch gewinnen.“ Im Oldenburger Team stehen acht Spieler, die in den USA geboren sind. Allerdings wird heute wohl LaVell Blanchard fehlen, der sich im ersten Spiel eine Bänderdehnung zugezogen hat.

Obwohl Becks Team schon seit acht Spielen nicht mehr gewonnen hat, rührt genau daher sein Optimismus. „Wir gehören eigentlich nicht auf Platz acht“, sagt der Trainer, „es waren einfach zu viel wichtige Spieler verletzt.“ Nun sind beim laut Don Beck gefühlten Fünften oder Vierten der Liga Bill Edwards und Desmond Penigar wieder fit, sie erzielten am Montag 13 beziehungsweise 16 Punkte, als Alba in der zweiten Halbzeit einige Mühe hatte. Wie schwer es ist, in Oldenburg zu gewinnen, haben die Berliner am 19. November in der Bundesliga festgestellt. Beim 99:98 nach Verlängerung benötigten sie zwei spektakuläre Dreipunktewürfe in letzter Sekunde von Hollis Price und Nenad Canak, um nicht nach regulärer Spielzeit beziehungsweise nach Verlängerung zu verlieren. Gelingt den Berlinern heute das gleiche Kunststück, können sie bereits am Sonntag (18 Uhr) ins Halbfinale einziehen. Don Beck dürfte diese Aussicht gar nicht gefallen.

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