Sport : Armes Profiboxen: Ohren zu - oder festhalten! (Glosse)

Michael Rosentritt

Muhammad Ali ist alt und krank, Axel Schulz kann es nicht und Mike Tyson ist unzurechnungsfähig. Jetzt also will sich dieser Tyson, der mit großem Appetit (bevorzugt halbe Ohren der Sorte Holyfield) durch die Ringe zieht und auch gern außerhalb hart zuschlägt (bevorzugt ältere Autofahrer und junge Models), will sich also im April an dem weichen Riesen aus Frankfurt an der Oder vergreifen. Wer will das nicht sehen! Vielleicht will er "unseren Axi" einfach nur einmal kurz unangespitzt in den Ringboden rammen oder ihm ein herzhaftes Stückchen aus dem Nacken reißen. Bei Mike Tyson weiß keiner so recht, was er als Nächstes anstellen wird, er selbst am allerwenigsten.

Was aber wird der Deutsche jetzt machen mit Tysons Millionenangebot? Axel Schulz feiert doch noch heute die glückliche Fügung des Schicksals, dass er in Wladimir Klitschko jemanden gefunden hat, der ihn so verprügelte, dass er endlich Schluss machen konnte mit dem ewigen Schwindel, er sei ein großer Boxer oder könne irgendwann einmal einer werden. 18 Millionen Menschen hatte er in Spitzenzeiten vor die Fernsehschirme gelockt. Axel Schulz, der große Zauderer, der dreimal vergeblich Anlauf auf einen WM-Titel und zweimal auf einen EM-Titel nahm, hatte sich in die Herzen der Deutschen gefäustelt. Warum auch immer. Und auch nach dem Karriereende blieb er Fernsehdarling. Sei es ihm gegönnt.

Also, Axel Schulz: Sollte nach der Prügel von Klitschko die Birne noch nicht weich sein - absagen! Die Chance, Tyson zu schlagen und mit einem Hieb unsterblich zu werden, ist eher gering. Ohren zu- oder festhalten!

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