Sport : Auf dem Weg zum Spaßmeister SG Empor will den Badminton-Titel holen

Karsten Doneck

Berlin - Yanchun Xie fühlte sich ungerecht behandelt. Er protestierte. Weniger mit Worten als mit abfälligen Gesten gegen den Schiedsrichter. Im Publikum in der Sporthalle Samariterstraße machte sich über das ungebührliche Verhalten des Chinesen Unmut breit. „Zeig dem die Gelbe Karte“, riet ein Zuschauer lauthals dem Referee zu. Yanchun Xie hatte den Zwischenruf verstanden, er nahm drohende Haltung ein, das Publikum pfiff. Die Nummer 1 des Badminton-Bundesligisten BC Bonn-Beuel ging fortan erst recht auf Provokationskurs. Nur gut, dass er gegen seinen Landsmann Xuan Chuan nach der strittigen Szene nicht mehr lange brauchte, um das Spiel mit 15:5, 15:6 sicher nach Hause zu bringen.

Allerdings: Xies emotionaler Ausbruch half den Bonnern auch nicht. Sie verloren das erste Finalspiel um die deutsche Meisterschaft 3:5 bei der SG Empor Brandenburger Tor. Die Gastgeber ließen sich weder durch Psychospielchen wie die von Xie aus der Fassung bringen, noch luden sie sich vorab allzu großen Erfolgsdruck auf. Frei nach der Sängerin Annett Louisan mit ihrem Hit „Ich will doch nur spielen“ gab Conrad Hückstädt, die Nummer 3 bei Empor, die Devise aus, unter der die Berliner das Finale angegangen waren: „Wir wollen einfach nur gut spielen und Spaß haben.“

Empor hat für das Rückspiel heute eine blendende Position, auch aufgrund des Satzverhältnisses (11:7). „Knackpunkt war das zweite Herreneinzel“, sagt Empors Vorsitzender Manfred Kehrberg, Kasperi Salo setzte sich da gegen den Deutschen Meister Marc Zwiebler 15:11, 15:3 durch. Trotz des greifbar nahen Titelgewinns: Die SG Empor will auch das Rückspiel in Bonn entspannt angehen. An präventiven Maßnahmen dazu mangelt es nicht. Kehrberg: „Früh am Ostersonntag gehen wir erst mal Ostereier suchen.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben