Sport : Auf der Straße nach Yokohama

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Von Oliver Geden

Nach Abschluss der letzten Vorrundenspiele beginnen auch die Spekulationen über den weiteren Turnierverlauf. Zwar konzentriert sich das öffentliche Interesse zurzeit noch auf die Achtelfinalpaarungen, die qualifizierten Teams aber beschäftigen sich bereits mit den möglichen Gegnern im Viertel- und Halbfinale.

Die Paarungen im K.-o.-System wurden nicht nach dem Zufallsprinzip ausgelost, sondern richten sich nach vorab festgelegten Zuordnungen. Bei dieser WM wurde der Spielplan erstmals strikt in zwei Hälften geteilt – ähnlich wie bei Tennisturnieren. Dies dient wohl vor allem dazu, die beiden Gastgeber so lange wie möglich voneinander zu trennen. Denn es wäre kaum ein größeres Politikum denkbar als ein Viertelfinale zwischen Südkorea und Japan, zumal eine der beiden Mannschaften dann ihren Heimvorteil verlieren würde.

In der unteren Hälfte des Tableaus, die sich aus den Vorrundengruppen A, C, F und H zusammensetzt, wird einer der beiden Finalteilnehmer ermittelt, die Gruppen B, D, E und G stellen den zweiten. Anders jedoch als beim Tennis liegt dieser Aufteilung keine Setzliste zugrunde, die die Stärke der einzelnen Teams berücksichtigen würde.

So konnte es passieren, dass sich die vor WM-Beginn in der Weltrangliste führenden Mannschaften Frankreichs, Argentiniens und Brasiliens nach der Auslosung in ein- und derselben Hälfte wiederfanden. Wären Franzosen und Argentinier nicht bereits in der Vorrunde ausgeschieden, hätten sie möglicherweise schon im Achtelfinale gegeneinander antreten müssen. Brasilien wäre spätestens im Halbfinale auf einen der beiden anderen Topfavoriten getroffen, jetzt profitiert das Team von Luiz Felipe Scolari von deren frühem WM-Aus.

Die strikte Aufteilung der K.-o.-Runde führt dazu, dass die Chancen der deutschen Mannschaft von den großen Überraschungen in der unteren Hälfte nicht beeinflusst werden. Das Team von Rudi Völler wurde in die obere Hälfte gelost, zusammen mit Spanien, Italien und den bereits ausgeschiedenen Portugiesen. Eine Begegnung mit Brasilien droht der DFB-Elf erst im Finale. Es wäre das erste Aufeinandertreffen beider Teams in der WM-Geschichte.

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