Augenringe : Clowns-Hosen machen glücklich

Die tägliche Olympia-TV-Kolumne: Thomas Eckert ist egal, wie die deutscher Curler abgeschnitten haben. Weil Curling viel mehr sein kann als einfach nur irgendein Sport.

Thomas Eckert

Die Herren der norwegischen Mannschaft, noch dabei im Kampf um Medaillen, hatten sich etwas einfallen lassen: Sie gingen in rot-weiß-blau-karierten Hosen aufs Eis. Der norwegische König war derart begeistert, dass er verkündete, sich genau solche nachmachen zu lassen. Andere waren nicht ganz so euphorisch. Die Hosen der Norweger seien „eher eine Vergewaltigung des guten Geschmacks als eine Medaille wert“, schrieb die „Canadian Press“. Den Norwegern war’s egal. „Mit diesen Hosen haben wir richtig Spaß gehabt“, sagte Christoffer Svae, Mitglied der norwegischen Mannschaft. „Vier Clowns“ sah der Schwede Niklas Edin „aufs Eis kommen“. Musste aber zugeben, dass ihn der Anblick der Hosen doch etwas abgelenkt habe. Das Spiel ging – äußerst knapp – an die Schweden. Jetzt wissen wir zwar immer noch nicht, ob die sechsten Plätze der Deutschen ein Erfolg sind oder nicht. Aber wir haben eine Ahnung davon bekommen, wie lustig und erfolgreich das (Sportler-)Leben sein kann, wenn man es nicht so furchtbar schwer nimmt.

Es gibt Gegenbeispiele. Die Dänin Madeleine Dupont liegt seit der Niederlage ihrer Mannschaft gegen die Schweiz jede Nacht wach, weil sie beim letzten Stein patzte, der den Sieg und das Weiterkommen gebracht hätte. Hat sie gesagt. Am Ende sind die Curling-Damen aus Dänemark Fünfte geworden. Ausgeschieden. Die Sache ist klar: Karierte Hosen machen Spaß und glücklich, übergroßer Ehrgeiz schlaflos und traurig. Ich weiß jedenfalls, was ich in Zukunft machen werde. Beim Curling und auch sonst im Leben. Es leben die Hosen Norwegens, sie leben hoch!

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