Sport : Aus Kalkül trotzig

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Stefan Hermanns über den Rückzug

der Bayern aus der DFL

KarlHeinz Rummenigge und Franz Beckenbauer haben vieles gemeinsam: Beide waren große Fußballer, beide haben für die Bayern gespielt, beide sind nach ihrer Karriere in die Führung des Klubs eingestiegen, beide melden sich gerne zu Wort, aber – und das ist der Unterschied – Rummenigge hält, was er verspricht. Zumindest sieht es so aus.

Während Beckenbauers Idee, mit den Bayern nach Italien auszuwandern, nun als Witz verkauft wird, hat der Klub gestern die Zusammenarbeit mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) offiziell beendet – genauso, wie Rummenigge es angedroht hatte. Vorstandsmitglied Karl Hopfner versagt dem „Arbeitskreis Versicherung Nationalmannschaft“ künftig die Unterstützung, Uli Hoeneß scheidet aus dem Spielausschuss aus, und Rummenigge wird sich nicht mehr im AK Nationalmannschaft einbringen, ihr aber weiterhin unbürokratisch helfen. Mit anderen Worten: Der deutsche Fußball ist nicht in Gefahr.

Aber das kann ohnehin nicht das Ziel der Bayern gewesen sein: Sie brauchen Cottbus genauso, wie Cottbus die Bayern braucht. Ein bisschen geht es den Münchnern ums Prinzip. Vor allem aber geht es ihnen darum, ihre Kritiker einzuschüchtern. Mit den permanenten Drohungen wollen sie verhindern, dass ihre laut DFL „moralisch verwerflichen“ Geschäfte mit Kirch näher beleuchtet werden. Das Ganze hat Methode. Michael Meier, Manager von Borussia Dortmund, hat über die Bayern gesagt: „Da wird immer wieder aufs Neue versucht, von den wesentlichen Dingen abzulenken.“ Es sieht so aus, als hätten sie das wieder mal geschafft.

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