Sport : Ausgeträumt

Der Berliner AK unterliegt im DFB-Pokal gegen 1860 München klar mit 0:3.

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Berlin - Wie alle Fußballklubs, die etwas auf sich halten, hat der Berliner Athletik Klub jetzt eine eigene Vereinshymne. „Run BAK“, geschrieben von zwei jungen Rappern aus Moabit. Das Lied dröhnte vor dem Anpfiff gegen 1860 München beinahe im Minutentakt aus den Boxen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Die Einstimmung verfehlte ihre Wirkung nicht, die Spieler des BAK rannten in den folgenden 90 Minuten nach Leibeskräften. Nur war rennen und kämpfen an diesem nasskalten Abend nicht genug. Der BAK unterlag 1860 München 0:3 (0:1) und schied in der zweiten Runde des DFB-Pokal aus.

Jens Härtel gab sich anschließend alle Mühe, nicht enttäuscht zu wirken. „Ich bin mit dem Auftritt der Mannschaft zufrieden. Ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen, und 1860 musste einiges anbieten, um gegen uns weiterzukommen“, sagte der Trainer des BAK. Mehmet Ali Han schaute dagegen etwas betreten drein.

Insgeheim hatte der Präsident vielleicht doch gehofft, die nächste Überraschung zu schaffen. Schließlich war dem BAK in der ersten Runde die größte Sensation in diesem Wettbewerb seit langer Zeit gelungen. Gegen den Bundesligisten TSG Hoffenheim zeigten die jungen Spieler das Spiel ihres Lebens. An diesem Tag im August gelang ihnen alles, am Ende siegte der BAK 4:0 und war über Nacht auch außerhalb von Berlin ein Begriff.

Euphorie machte sich breit, zum ersten Mal wurde der BAK als Berliner Nummer drei hinter Hertha BSC und dem 1. FC Union wahrgenommen. Trotzdem sind gegen 1860 nur 2403 Zuschauer in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gekommen. Trotz all der Werbung im Vorfeld des Spiels. Vor allem an Schulen und in den Vereinen hatte man gehofft, neue Unterstützer zu finden. Der Eintritt für Kinder war bis zum Alter von zwölf Jahren frei. Aber auch das nützte nichts. Die wenigen Fans waren in dem Stadion, das rund 20 000 Zuschauern Platz bietet, verloren.

Aber auch der Spielverlauf sorgte dafür, dass auf Berliner Seite keine Jubelstimmung aufkommen konnte. Die Gäste begannen konzentriert, und der BAK hatte Mühe, mit dem Tempo Schritt zu halten beziehungsweise überhaupt auf den Beinen zu bleiben. Der Rasen im Stadion war vom Nieselregen über den Tag aufgeweicht, mit dem seifigen Geläuf hatten die Berliner ihre Probleme. „Wir hatten im Vorfeld extra noch mal auf den Untergrund hingewiesen“, ärgerte sich Härtel. Wegen ihrer augenscheinlich falschen Schuhwahl rutschten die Spieler des BAK zunächst in die ein oder andere Verlegenheit. Nach zehn Minuten kamen die Gastgeber aber besser ins Spiel, eine weitestgehend ausgeglichene erste Hälfte entwickelte sich. Große Torchancen gab es aber auf beiden Seiten nicht. Die beste Möglichkeit für den BAK vergab Justin Gerlach, der aus kurzer Distanz am Münchener Torhüter Timo Ochs scheiterte. Sieben Minuten vor der Pause dann, war die Abwehr des BAK nicht auf der Höhe: Daniel Bierofka passte zu Moritz Stoppelkamp und der hatte aus drei Metern keine Mühe, den Ball im Tor unterzubringen. „Dann wurde es für uns natürlich schwer“, sagte Härtel. „Gegen Hoffenheim sind wir früh in Führung gegangen und hatten anschließend Räume. Heute war das Gegenteil der Fall.“ Die massive Abwehr der Münchener um den starken Kai Bülow konnte der BAK auch in der zweiten Halbzeit nur ansatzweise in Verlegenheit bringen. Etwa als eine Hereingabe von Ali Avcioglu beinahe im Tor gelandet wäre.

Nach einer Stunde war das Spiel dann entschieden. Daniel Halfar setze sich auf der linken Seite locker durch, seine Hereingabe verwertete erneut Stoppelkamp aus zwölf Metern. Beim BAK schwanden nun die Kräfte, ein Schuss von Münchens Ismael Blanco klatschte an den Pfosten. „Bei Ecken und Standards hat immer wieder ein Tick gefehlt“, sagte Härtel. „Das war dann doch der Unterschied.“ Kurz vor dem Abpfiff wurde der auch in Zahlen noch deutlicher. Dieses Mal war es Stoppelkamp, der den mitgelaufenen Halfar im Zentrum bediente – 0:3.

Den folgenden Anstoß erlebten einige Zuschauer auf der Tribüne schon nicht mehr mit, die Reihen leerten sich. Nur eine kleine Gruppe von Enthusiasten ließ sich den Spaß nicht nehmen. Sie skandierte unentwegt „Run BAK, run run BAK“ – auch noch, als die Spieler schon längst den Platz verlassen hatten.

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