Sport : Außenseiter gegen Südkorea

Heute beginnt für die deutschen Junioren die WM

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Da kam der nächste Vorschlag von Ulli Stielike, um Deutschlands Nachwuchs zu retten: Das Sprungbrett für junge Fußballer könne nicht eine endlos lange Reservebank der Erstligisten sein „sondern Spielpraxis in einem Zweitligateam“.

Diese Worte hat Stielike, der Trainer des deutschen U-20-Nationalteams, den Arbeitgebern seiner Spieler mitgeteilt, bevor er mit der Mannschaft in die Vereinigten Arabischen Emirate zur Weltmeisterschaft der „Unter 20-Jährigen“ flog. Heute bestreiten die Deutschen ihr erstes Spiel gegen Südkorea, am Dienstag spielt das Team gegen die USA, am Freitag gegen Paraguay. „Das ist eine Wundertüte für uns“, sagt Stielike.

Die Einschätzung hat er abgegeben, nachdem ihm viele Klubs mitteilten, dass sie in der Liga nicht auf ihre Talente verzichten wollen. So reiste das Team ohne Philipp Lahm (Stuttgart), Mike Hanke (Schalke), Sascha Riether (Freiburg), Moritz Volz (Fulham) und David Odonkor (Dortmund) an den Persischen Golf. Zudem ist Bastian Schweinsteiger (Bayern München) verletzt.

Die Talente, die übrig blieben, haben nicht viel Spielpraxis aufzuweisen. 16 der 20 verbliebenen Spieler stehen bei Erstligisten unter Vertrag, drei kicken im Ausland, einer in der Regionalliga. Auch drei Berliner sind mitgereist – Malik Fathi, Alexander Ludwig und Sofian Chahed von Hertha BSC. Diese kommen aber auf die Bundesligaerfahrung von 77 Spielminuten – zusammen. Angesichts von so viel Unerfahrenheit hat Stielike das ursprüngliche Ziel (Viertelfinale) nach unten korrigiert. „Uns fehlt die Substanz.“

Stielike ärgert sich über die Unterschiede bei Abstellungen („Wir zeigen da einfach die größte Kompromissbereitschaft“) und Vorbereitungen der Länder. „Die Koreaner sind seit Oktober im Trainingslager.“ Ebenso wie die USA trügen sie „Länderspiele wie wir Punktspiele“ aus. Und weil die Deutschen das nicht können, sollten die Talente eben an Zweitligisten ausgeliehen werden und dort häufiger spielen. Der Haken ist: Emmanuel Krontiris war zu schwach für Dortmund und die Erste Liga, genau richtig für den Zweitligisten Alemannia Aachen – und somit unverzichtbar. Also blieb auch er zu Hause. AM

U-20-WM: Deutschland – Südkorea, 17.30 Uhr, live im DSF.

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