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Australian Open : Angelique Kerber im Achtelfinale

Geht doch: Nach dem ersten klaren Sieg bei den diesjährigen Australian Open steht Angelique Kerber schon unter den letzten 16, genau wie Mona Barthel. Auch Mischa Zverev kam weiter und erreichte erstmals ein Grand-Slam-Achtelfinale.

Danke schön.Angelique Kerber und Kristyna Pliskova.
Danke schön.Angelique Kerber und Kristyna Pliskova.Foto: Reuters/Reed

Die endlich entspannte Titelverteidigerin und zwei überglückliche Achtelfinal-Debütanten haben für einen perfekten deutschen Tennis-Tag bei den Australian Open gesorgt. Angelique Kerber, Mischa Zverev und Mona Barthel zogen am Freitag unter die letzten 16 in Melbourne ein, wo sich Zverev senior am Sonntag auf ein Duell mit dem Weltranglisten-Ersten Andy Murray freuen darf und Barthel auf eine Partie mit Altmeisterin Venus Williams. Eingeläutet wird das große Wochenende am Samstag mit dem Drittrunden-Knüller zwischen Alexander Zverev und Rafael Nadal.
Bevor Mischa Zverev und Qualifikantin Barthel nach persönlichen Rückschlägen ihre Chancen nutzten und erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichten, war Kerber beim 6:0, 6:4 gegen die Tschechin Kristyna Pliskova nur ab Mitte des zweiten Satzes gefordert. „Beim 4:4 hat sie dagegen gehalten und auch Winner geschlagen. Ich glaube schon, dass einiger Ballast abfällt“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner. Nach nur 55 Minuten stand der erste überzeugende Sieg der Weltranglisten-Ersten in diesem Turnier fest.
„Ich glaube, dass ich ein bisschen lockerer geworden bin. Ich glaube, dass ich jetzt diesen Turnierrhythmus gefunden habe“, erklärte Kerber. Das war im vorigen Jahr einer der Schlüssel für ihren ersten Grand-Slam-Triumph an gleicher Stelle. Die 29-Jährige kennt nun wieder ihre täglichen Abläufe.
In die Rod-Laver-Arena, wo das Dach nach dem Regen des Morgens wieder geöffnet war, drangen das Knattern eines Hubschraubers und das Jaulen von Sirenen. Im unweit des Melbourne Parks gelegenen Stadtzentrum hatte ein Autofahrer mehrere Menschen zur Mittagszeit tödlich verletzt. Kerber erfuhr von dem Vorfall aber erst nach ihrem Match.
Am Sonntag trifft die Norddeutsche auf die Weltranglisten-35. Coco Vandeweghe aus den USA, die sie bisher zweimal schlug. Kerber erwartet ein ähnliches Match wie gegen die gut aufschlagende und mit starken Grundschlägen ausgestattete Kristyna Pliskova.

Zverev trifft nun auf Jaziri

Mischa Zverev trifft nach dem 6:1, 4:6, 6:3, 6:0 über den Tunesier Malek Jaziri auf den fünfmaligen Finalisten Murray, dem er im einzigen Vergleich auf ATP-Niveau 2015 in München glatt unterlag. Beide kennen sich aber seit Juniorenzeiten und spielten dort schon 2004 im Halbfinale der US Open gegeneinander.
„Wenn er sein bestes Tennis spielt, werde ich nicht viele Chancen haben. Er spielt gern gegen Jungs, die ans Netz kommen“, sagte Zverev. „Wenn ich draufgehe, sieht das nur lächerlich aus. Ich muss klüger spielen.“ Gegen Jaziri wurde Zverev nach dem 1:3 im dritten Satz mit Erfolg defensiver. Olympiasieger Murray rechnet mit Serve und Volley: „Die Leute sagen, man kann nicht mehr so spielen und erfolgreich sein. Aber er zeigt das seit einigen Monaten.“
Das bescherte Zverev nun seinen bislang größten sportlichen Erfolg. „Es fühlt sich großartig an“, sagte der 50. der Weltrangliste. Rang 45 als bislang beste Karriere-Platzierung wird Zverev verbessern und sich damit einen sportlichen Traum erfüllen. „Es haben mir noch nie so viele Leute gratuliert - Spieler, Trainer“, sagte er.
Mona Barthel setzte ihren unverhofften Siegeszug seit der Qualifikation mit dem 6:4, 3:6, 6:3 über Lokalmatadorin Ashleigh Barty fort. Es war schon der sechste Erfolg in Serie, im letzten Satz spürte die 26-Jährige die Belastungen - vor allem angesichts ihrer rätselhaften Krankheit im vorigen Jahr. Vor dem dritten Satz wurde wegen Regens das Dach der Rod-Laver-Arena geschlossen, dann lag Barthel 0:2 hinten und drehte die Partie. „Ich habe gedacht, das ist deine Chance, gib alles“, berichtete sie. Von Nervosität war gegen die dank einer Wildcard ins Feld gekommene Barty nichts zu spüren. „Ich war viel zu müde, um angespannt zu sein“, sagte Barthel. (dpa)

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