Sport : Australian Open: Nur weg, schnell weg

Jörg Allmeroth

Das Spiel ist aus. Nun auch für Rainer Schüttler. Als Spaniens Carlos Moya am Montag um 16.59 Uhr Ortszeit den ersten Matchball zum 7:6 (7:2), 6:3, 6:4-Sieg verwandelt hatte, da war für das 17-köpfige Aufgebot des Deutschen Tennis-Bundes im Einzel ein Grand-Slam-Meeting zu Ende, bei dem die Deutschen selten Glück und Geschick hatten. "Ich will ins nächste Flugzeug, weg von hier", sagte Schüttler und nahm Kurs von Melbourne auf die Heimat.

Übrig blieb zunächst das wiedergenesene Hitzeopfer David Prinosil im international weniger beachteten Doppelwettbewerb. An der Seite seines Partners Byron Black (Zimbabwe) hatte er in der Nacht zum Dienstag in der Runde der letzten acht gegen die Kombination Wayne Black/Kevin Ullyett anzutreten. Nach Nicolas Kiefer und Thomas Haas, beide in Runde zwei ausgeschieden, scheiterte auch Schüttler bei der seiner ersten großen Herausforderung des Turniers: Der zuvor noch nie in ein Grand-Slam-Achtelfinale vorgedrungene Kämpfer berauschte sich zwar an der "Superatmosphäre" in der Vodafone Arena, aber sein eigenes fehlerhaftes Spiel bot kaum einmal Anlass zur Freude. "Ich hatte mir mehr vorgenommen, als nur gut mit Moya mitzuhalten", sagte der 27-Jährige. "Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn wirklich schlagen kann."

Doch wie bei den meisten Deutschen blieb die Erwartung, Überraschungen schaffen zu können, nur ein frommer Wunsch. Übermotiviert spielte Schüttler mit Fehlern Moya in die Hände, dem schon eine durchschnittliche Leistung zum Viertelfinal-Einzug genügte. Wie bei manchen Daviscup-Spielen der Vergangenheit fehlten Schüttler Nervenkraft, Präzision und taktische Linie. "Ich werde weiter an mir arbeiten. Und irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich auch mal gewinne", tröstete sich Schüttler. Nach den durchwachsenen Auftritten, die seinen Spielern kaum Selbstbewusstsein vermitteln konnten, fürchtet Daviscup-Chef Carl-Uwe Steeb nun negative Auswirkungen durch die Turbulenzen in der Hamburger DTB-Zentrale (siehe auch Spiegel des Tages): "Ich hoffe, dass ich beim Rumänien-Match Anfang Februar den Trubel fernhalten kann", sagte Steeb. "Leider wird das Theater die Tage in Braunschweig aber überschatten."

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