Babbels Abgang : Ein Abschied, der bleibt

Benedikt Voigt lobt Markus Babbel für seinen Stil. Babbel entlarvt die Diskussion um Moral und Anstand in der Liga, die nach dem Tod Robert Enkes aufgekommen war, als Heuchelei.

Benedikt Voigt

Was von Markus Babbel bleiben wird, ist sein Abschied: Wie er sich am Sonntagabend in Stuttgart vor die Presse setzt, um sich von Verein und Journalisten zu verabschieden. Wie er Verständnis für die Entscheidung aufbringt, ihn zu entlassen. Vor allem, wie er die Diskussion um Moral und Anstand in der Liga, die nach dem Tod Robert Enkes aufgekommen war, als Heuchelei entlarvt.

Markus Babbel hat der Selbstmord des Nationaltorwarts besonders getroffen, weil sich vor Jahren sein depressiver Bruder ebenfalls das Leben genommen hatte. Und so wirkt er als Mahner besonders glaubwürdig, wenn er die Beleidigungen, Ausschreitungen und Mordgesten einiger Stuttgarter Fans geißelt. Ein 19- und ein 20-Jähriger mussten am Samstag in hasserfüllter Atmosphäre spielen, als hätte es die Diskussion um den Druck in der Liga nie gegeben. Es ist Markus Babbel zu verdanken, darauf aufmerksam gemacht zu haben.

Eigentlich ist Markus Babbel noch gar kein richtiger Trainer gewesen. Die Fährnisse der Liga hatten den 37-Jährigen ins Amt gespült, nach einem wechselvollen Jahr ist wieder Schluss. Er wird jetzt seinen Trainerschein in Köln machen, doch schon jetzt lässt sich sagen, dass der Job in Stuttgart nicht sein letzter gewesen sein wird. Aus ihm kann ein guter Trainer werden, das hat dieser Abschied gezeigt.

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