• Basketball-Aufsteiger Crailsheim Merlins: Im Schnee steckengeblieben? Kein Zufall, sondern unprofessionell

Basketball-Aufsteiger Crailsheim Merlins : Im Schnee steckengeblieben? Kein Zufall, sondern unprofessionell

Die Basketballer der Crailsheim Merlins haben ihr Bundesliga-Spiel in Hagen verpasst, weil sie auf der Autobahn im Stau standen. Solche Unprofessionalität ist kein Zufall. Die Sportligen abseits des Fußballs müssen daher kleiner werden, findet unser Autor. Ein Kommenar.

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Die Autobahnen sind durch den Wintereinbruch verstopft, hier die A12 nahe Jacobsdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg).
Die Autobahnen sind durch den Wintereinbruch verstopft, hier die A12 nahe Jacobsdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg).Foto: dpa

Die Fans von Phoenix Hagen können sich freuen: Ihre Basketball-Mannschaft hat endlich das erste Heimspiel in dieser Bundesliga-Saison gewonnen. Doch die 3145 Zuschauer werden sich wohl trotzdem ärgern, dass sie am Samstagabend in die Halle gekommen sind – denn Gegner Crailsheim Merlins ist dort nie erschienen. Das abgesagte Spiel gewann Hagen am grünen Tisch 40:0. Oder besser gesagt: am weißen Asphalt.

Denn der Bus des Gegners ist auf der A6 im Schnee stecken geblieben. Die Crailsheimer versuchten vergeblich, zu Fuß die nächste Ausfahrt und gerufene Minibusse zu erreichen. Sie kehrten um, zurück nach Schwaben. Gegen die Spielwertung legen sie nun Protest ein. Sie hätten ja alles versucht. Eine Vollsperrung und sechs Stunden Stau seien nicht absehbar gewesen. Nur weil sie nach dem Magier Merlin benannt sind, können sie ja nicht zaubern.

Die Schneeepisode wäre lustig, wenn sie nicht so traurig wäre. Aufsteiger Crailsheim ist Tabellenletzter und spielt in einer Viehauktionshalle, weil die eigene Halle zu klein ist. Und reist dann erst am Spieltag zum Abstiegsduell über 400 Kilometer per Bus an, wo der Wintereinbruch doch absehbar war. Solch eine Unprofessionalität ist leider keine Seltenheit.

In den meisten Sportarten abseits des Fußballs ist das Gefälle groß, da gibt es oft nur ein Dutzend Vereine, die professionelle Standards erreichen. Dafür tummeln sich einige Klubs, die nur schwer mithalten, die kaum Zuschauer und Sponsoren anziehen. Konsequent wäre es da, die ersten Ligen zu verkleinern. Und Aufsteiger nur nach Standortkriterien aufzunehmen. Alles andere ist nicht fair, auch den Gegnern gegenüber nicht. Oder die Ligen verteilen zur Lizenz auch Schneeketten.

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