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Basketball : BBL-Pokal: Alba Berlin holt Bronze gegen Bonn

Alba Berlin hat beim BBL-Pokal den dritten Platz belegt. Der entthronte Titelverteidiger bezwang am Sonntag in Oldenburg die Telekom Baskets Bonn im kleinen Finale mit 85:69 (42:37).

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Den Korb im Blick: Albas Jamel McLean (l.) versucht sich gegen Bonns Mickey McConnell durchzusetzen.
Den Korb im Blick: Albas Jamel McLean (l.) versucht sich gegen Bonns Mickey McConnell durchzusetzen.Foto: dpa

Die Bronzemedaillen sahen aus wie Hundemarken und sie waren offenbar heiß wie Hot Dogs. Die Basketballer von Alba Berlin konnten sie jedenfalls kaum schnell genug abstreifen nach der Ehrung für den dritten Platz beim Top-Four-Pokalturnier. „Nein, das entschädigt nicht, ich wäre lieber Erster geworden“, sagte Flügelspieler Reggie Redding, dessen Medaille samt Band in seiner Hand baumelte. Den 85:69 (42:37)-Sieg im kleinen Finale gegen die Baskets Bonn „hätten wir nicht gebraucht“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi. „Es ist eigentlich eine Strafe, hier um die goldene Zitrone zu spielen.“

Als Oldenburg sich den Pokaltitel mit einem 72:70 (34:34) im Finale gegen Bamberg sicherte, waren die Berliner schon auf dem Heimweg. Immerhin war Trainer Sasa Obradovic stolz auf die Reaktion seines Teams auf die Halbfinalniederlage am Vortag und fand: „Wir verlassen Oldenburg mit einer guten Atmosphäre. Zwei Kapitel sind nun abgeschlossen, jetzt schlagen wir das wichtigste Kapitel auf.“ Nach Euroleague- und Pokal-Aus konzentriert sich seine Mannschaft auf die Play-offs und den Traum vom Meistertitel. Doch fraglich bleibt, wie sich die doppelte Enttäuschung in weniger als 48 Stunden auf die Verfassung für den restlichen Saisonverlauf auswirkt. „Es war eine bescheidene Woche für uns, wir haben zwei Schlüsselspiele verloren“, sagte Akeem Vargas. „Ab der kommenden Woche attackieren wir Platz eins.“

Sasa Obradovic formuliert Kampfansage für die Play-offs

In der Bundesliga liegen die Berliner sechs Spiele vor Ende der Hauptrunde punktgleich hinter Spitzenreiter Bamberg, der die Berliner am Samstag zum zweiten Mal in Folge deutlich geschlagen hatte. „Beim nächsten Mal wird es ein anderes Spiel, das verspreche ich“, formulierte Obradovic eine Kampfansage für die Play-offs. Die Bamberger als größter Titelkonkurrent sollen nicht noch einmal von der Müdigkeit der Berliner profitieren. Deswegen begann die Schonung schon am Sonntag gegen Bonn.

Viele der schließlich 6000 Zuschauer kamen später, vor halbleerer Halle gab es um 11 Uhr Basketball zum Frühstück. Viele Reservisten durften Spielpraxis sammeln, während Alba-Stammkräfte wie Renfroe, Radosevic und Banic komplett pausierten. Von den Hinterbänklern zeichnete sich vor allem Center Jannik Freese mit elf Punkten aus. Redding und Jamel McLean konnten sich ein wenig für ihre schwachen Leistungen vom Vortag rehabilitieren. McLean erzielte zwölf Punkte, Redding war Topscorer mit 15 Zählern, auch wenn er sich wieder vier Ballverluste leistete.

Die Euroleague hat Spuren in den Köpfen der Spieler von Alba Berlin hinterlassen

Für die zuletzt sinkende Formkurve seiner besten Spieler hatte Marco Baldi eine Erklärung. „Gerade die beiden wurden zuletzt zu etwas hochgehyped, was sie noch nicht sind – von Medien, Agenten und interessierten Klubs“, sagte der Geschäftsführer, den diese Entwicklung schon länger nervt. „Zu früh auf ein hohes Level gehoben zu werden, ist eigentlich immer schädlich.“ Die Euroleague, das zeigt sich nun, hat nicht nur in den Muskeln und Gelenken Spurenhinterlassen, sondern auch in den Köpfen.

Der Darstellung, sie seien abgelenkt, widersprach Redding. „Die Hälfte von dem, was über mich geschrieben wird, verstehe ich doch gar nicht“, sagte der US-Amerikaner, dessen Vertrag ebenso ausläuft wie der von McLean. Der wiederum glaubt, „uns zu fokussieren wird nun einfacher, weil wir nicht mehr so viele Spiele und Reisen haben. Wir können den Titel gewinnen.“

Sein Trainer Obradovic wollte die Kritik an seinen Spielern auch nicht so stehen lassen. „Ich weiß gar nicht, wer bei uns derzeit nicht unter Schmerzmitteln spielt, das würden nicht viele ausländische Profis machen“, sagte er. Der Serbe will sich nur darauf konzentrieren, seine Spieler mit genug Ruhe und Vorbereitung bereit für die Play-offs zu bekommen. „In unseren Spielen hängen 20 Punkte davon ab, ob wir gut vorbereitet sind“, sagte er. Die Zeit dazu hatte Obradovic zuletzt kaum. Als Einziger trug der 46-Jährige übrigens seine Medaille am Hals und bekam prompt Glückwünsche von Chris Fleming. Aber nur, weil der Bundestrainer sich erinnert hatte, dass in Obradovics Heimat gerade Ostern gefeiert wird.

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