Sport : Basketball: Dettmanns Dilemma

Benedikt Voigt

Vor zwei Monaten klang das alles noch viel versprechend: das deutsche Basketball-Nationalteam plus Dirk Nowitzki plus Shawn Bradley, die beiden Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga NBA - das könnte eine starke Mixtur für die Europameisterschaft in der Türkei (31. August bis 9. September) ergeben. Doch nun ist alles anders. Gestern sagte Jörg Lütcke für die EM ab, zuvor tat dies auch Henrik Rödl. In Marko Pesic ist ein weiterer Leistungsträger des Deutschen Meisters Alba Berlin fraglich. Sascha Hupmann und Dennis Wucherer sind angeschlagen, doch Bundestrainer Henrik Dettmann hat noch ein weitaus größeres Problem: Shawn Bradley.

Dettman muss sich zwischen dem in dieser Woche eingebürgerten Shawn Bradley und Aufbauspieler Vladimir Bogojevic entscheiden. Nur einer der beiden naturalisierten Deutschen darf bei der EM mitspielen. Das Problem haben ihm die Funktionäre des Deutschen Basketball Bundes (DBB) eingebrockt, die sich für die Idee der Einbürgerung begeisterten, ohne die Folgen zu bedenken. Nun ist es so: Fährt Dettmann ohne Bogojevic, entscheidet er sich gegen einen 62-fachen Nationalspieler, der die Vorbereitung mitmachte und die Mannschaft gut kennt. Zudem ist er momentan bester Spielmacher. Entscheidet sich der Bundestrainer gegen Bradley, bringt er die Funktionäre gegen sich auf. Außerdem verzichtet er dann auf die Erfahrung eines NBA-Spielers, der den Dallas Mavericks einen neuen Siebenjahresvertrag und 40 Millionen Dollar wert ist. Es gibt nur eine Lösung, bei der alle ihr Gesicht waren könnten. Bradley hat sich vor kurzem einer Knieoperation unterziehen müssen. Er könnte sich krank melden.

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