Sport : Basketball - EM: "Es herrscht Basketball-Euphorie"

Benedikt Voigt

Robert Garrett wollte sich nicht mehr neben den Biber stellen. "Ich war schon auf dem Foto", sagte der Nationalspieler zu Delegationsleiter Peter Klingbiel, der ihn noch einmal mit dem Sponsoren-Maskottchen vor die Kameras holen wollte. Ademola Okulaja fand mehr Spaß an dem Termin und legte seinen Kopf hingebungsvoll auf den orangen Pelz des Biberkostüms.

Der Fototermin am Tag nach dem Spiel gegen Frankreich (81:77) gibt nur eine kleine Ahnung von dem Medieninteresse, das die Spieler durch den Einzug ins EM-Halbfinale geschürt haben. "Wir können uns vor Anfragen kaum retten", sagt der Pressesprecher des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), Christoph Büker. Das Interesse gilt vor allem einem Spieler. "Ob Beckmann, Kerner oder Harald Schmidt - alle wollen Dirk Nowitzki in ihre Fernsehshow einladen", erzählt Büker. Er koordiniert die zahlreichen Fernsehanfragen für die Spieler nach der EM.

"Es herrscht eine Basketball-Euphorie in Deutschland", sagt DBB-Sportdirektor Wolfgang Brenscheidt. Die deutsche Delegation merkt das an den vielen Glückwunschfaxen, Anrufen und SMS-Mitteilungen, die sie in Istanbul erhält. Der Hauptsponsor wollte ein Flugzeug chartern, um Fans zum Halbfinale nach Istanbul zu fliegen. "Doch es gibt keine Karten mehr", berichtet Brenscheidt, "wir haben nur noch vier oder sechs bekommen." Zum Halbfinale hat der DBB auch den Innenminister Otto Schily eingeladen. Aber vielleicht sieht der sich das Spiel lieber im Fernsehen an, wie so viele in diesen Tagen.

"Die Quoten sind phänomenal", sagt Brenscheidt. Das Viertelfinale der Deutschen sahen beim DSF in der Spitze 3,64 Millionen und im Durchschnitt 1,6 Millionen Zuschauer. Damit gehört das Basketballspiel gegen Frankreich zu den fünf quotenträchtigsten Sendungen des DSF. Dabei rutschte früher die Zahl der Zuschauer bei Basketball-Bundesligaspielen auf dem gleichen Sender gelegentlich unter 100 000. Brenscheidt glaubt, dass das heutige Halbfinale (18 Uhr, live im DSF) den Rekord vom Mittwoch übertreffen wird. Und das, obwohl das Spiel ab 19 Uhr in Konkurrenz mit der Fußballsendung "ran" tritt.

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