Basketball-EM : Parker zu stark für Nowitzki

Die deutschen Basketballer verlieren bei der EM 65:76 gegen Frankreich. Tony Parker erzielt 32 Punkte und stellt damit Dirk Nowitzki klar in den Schatten.

Klein schlägt groß. Tony Parker (l.) war im Spiel gegen Deutschland deutlich effektiver als Dirk Nowitzki.
Klein schlägt groß. Tony Parker (l.) war im Spiel gegen Deutschland deutlich effektiver als Dirk Nowitzki.Foto: AFP

Siauliai - Bis zum Freitagabend hatten die deutschen Basketballer viel Freude an ihren beiden NBA-Spielern gehabt, Dirk Nowitzki und Chris Kaman hatten ihre Gegenspieler in den ersten Spielen gegen Israel und Italien dominiert. Gestern mussten die Deutschen dann feststellen, dass auch andere Nationen Stars zur EM nach Litauen geschickt haben. Die französische Mannschaft zeigte den Deutschen in der zweiten Hälfte des dritten Vorrundenspiels deutlich ihre Grenzen auf, vor allen Dingen Tony Parker von den San Antonio Spurs punktete beim 76:65 (29:28)-Sieg Frankreichs nach Belieben. „Die Verteidigung der Franzosen war extrem stark“, sagte Bundestrainer Dirk Bauermann. „Und Tony Parker war heute hervorragend.“

Bauermanns Team hat trotz der Niederlage weiter gute Chancen, die Zwischenrunde zu erreichen. Nächster Gegner sind am Sonntag die ebenso wie die Franzosen noch ungeschlagenen Serben, die Israel gestern mit 89:80 besiegten. In der dritten Partie der Gruppe B bezwang Italien Lettland mit 71:62.

Das Spiel wurde von Beginn an von den NBA-Spielern auf beiden Seiten bestimmt. Zunächst konnte sich der deutsche Center Chris Kaman mehrmals gegen seinen Gegenspieler Joakim Noah von den Chicago Bulls, den Sohn des früheren Tennisstars Yannick Noah, durchsetzen. Deutschland zog schnell auf 11:2 davon, Frankreich tat sich schwer, Bauermanns Team blieb vorne – bis der französische Spielmacher Tony Parker die Partie an sich riss: Der pfeilschnelle dreimalige NBA-Champion erzielte in den letzten drei Minuten der ersten Hälfte neun Punkte, am Ende kam er auf 32 Zähler, Frankreich ging mit einem knappen 29:28-Vorsprung in die Pause.

Bis dahin war das Spiel völlig offen – das sollte sich ändern. Vor allen Dingen lag das an Parker: Der 29-Jährige kontrollierte das Tempo des Spiels, punktete immer wieder selbst oder fand einen freien Mitspieler für einen offenen Wurf. Schnell setzten sich die Franzosen ab, weder Kaman noch Nowitzki, der mit 20 Punkten noch bester Deutscher war, konnten sich jetzt durchsetzen. Nowitzki wirkte zudem frustriert von der harten Gangart seiner Gegenspieler. „Dirk hätte heute mehr Freiwürfe verdient, als er bekommen hat“, merkte auch Dirk Bauermann an. Mitte des dritten Viertels war der Rückstand des deutschen Teams erstmal auf zehn Punkte angewachsen. Bauermann wechselte seine beiden NBA-Profis aus, die deutschen Einwechselspieler wirkten in dieser Phase regelrecht hilflos gegen Verteidigungsdruck und Angriffswirbel des Gegners. Bereits vor dem Schlussviertel lag Frankreich 58:40 in Front, in den letzten zehn Minuten konnten die Deutschen das Ergebnis noch ein wenig freundlicher gestalten. (Tsp)

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