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Bayer Leverkusen - Eintracht Braunschweig 1:1 : Bayer noch immer in der Krise

Die Leverkusener konnten auch gegen den Tabellenletzten nicht gewinnen - für die Braunschweiger ist der Punkt fast schon ein Erfolg im Abstiegskampf. Bayer-Trainer Hyypiä kritisierte seine Mannschaft hart.

Braunschweig hielt gegen Leverkusen lange mit - wie hier Kessel (l.) gegen Can.
Braunschweig hielt gegen Leverkusen lange mit - wie hier Kessel (l.) gegen Can.Foto: afp

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler muss schon geahnt haben, dass man längst noch nicht aus der Krise heraus ist. "Fußball ohne Schleife drum", forderte Rudi Völler für die Bundesligapartie gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig die "obligatorischen Grundtugenden auszupacken". Doch seine Werksprofis wirkten einmal mehr mut- und willenlos und hatten am Ende noch Glück, mit einem 1:1 (0:0) davongekommen zu sein.

Uninspirierter Auftritt

"Wir hätten das Spiel auch verlieren können", sagte Bayer-Cheftrainer Sami Hyypiä sichtlich verärgert nach dem uninspirierten Auftritt in der mit 30210 Zuschauern erst zum dritten Mal ausverkauften BayArena. Statt nach dem 3:1-Erfolgserlebnis beim FC Augsburg nachzulegen, steckt Bayer 04 weiter in Schwierigkeiten.

Nach dem Führungstor von Ken Reichel (47. Minute) konnten die Gastgeber nur mit gegnerischer Hilfe noch ausgleichen. Stefan Kießling (53.) verwandelte einen von Marcel Correira verursachten Handelfmeter. Kein großer Trost dürfte es für die Werkself gewesen sein, dass sie nach zuvor fünf Heimpleiten in Serie wenigstens einen Punkt holte. "Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht und zu langsam gespielt", kritisierte Hyypiä.

Fußball-Genuss gab es in der Begegnung zwischen dem Champions-League-Anwärter und dem Abstiegskandidaten nicht. Wenige gelungene Spielzüge, wenige Torraumszenen und Fehlpässe zuhauf sorgten vor allem in der ersten Halbzeit für Unmut auf den Rängen und mündeten nach dem Abpfiff in ein Pfeifkonzert der Zuschauer. Von einem zurück gewonnenen Selbstvertrauen nach dem Sieg in Augsburg - nach zuvor neun Pflichtpartien
ohne Erfolgserlebnis - war bei den Bayer-Profis wenig zu spüren. Vielmehr wirkten sie immer noch tief verunsichert und vor allem ohne Bereitschaft, alles zu geben.

Kurzzeitig aufgewacht

Dabei hatte Leverkusens Coach Sami Hyypiä der Startelf der vergangenen Woche erneut vertraut und wieder Kapitän Simon Rolfes auf der Bank Platz nehmen lassen. Rolfes-Stellvertreter Hernández Guardado (3.) riskierte immerhin mal einen Schuss aus 20 Metern, verfehlte aber das Braunschweiger Gehäuse ebenso knapp wie Teamkollege Gonzalo Castro (6.) mit einem 25-Meter-Freistoß. Mehr zwingende Chancen gab es in Hälfte
eins für Bayer 04 gegen eine gut postierte Eintracht-Abwehr nicht.

Die Braunschweiger kämpften dagegen wacker und hoffen weiter auf den Klassenverbleib. "Wir werden weiter fleißig Punkte sammeln und nächste Woche gegen Hannover 96 einen Dreier einfahren", meinte Torschütze Reichel. "Dann sieht es schon anders aus." Nach dem Wiederanpfiff wurde das Spiel munterer, aber nicht viel besser. Sehenswerten war aber das 1:0 für die Gäste durch Reichel. Er hämmerte den Ball volley nach Flanke von
Mirko Boland aus spitzem Winkel unter die Latte. "Das hat gepasst", freute er sich über sein erstes Bundesligator.

Nun wachten kurzzeitig die Leverkusener auf und trauten sich was: So zog Lars Bender (49.) aus gut 20 Metern ab, Eintracht-Schlussmann Daniel Davari hatte alle Mühe den Ball noch um den Pfosten zu lenken. Drei Minuten später musste er doch hinter sich greifen. Bayer-Stürmer Kießling verwandelte einen von Marcel Correia verursachten Handelfmeter und erzielte seinen 13. Saisontreffer.

Lieberknecht: "Das ist ein Witz"

Die Leverkusener erzeugten nach dem Ausgleich mehr Druck, kreirten aber kaum noch Torchancen kamen. Braunschweig musste von der 62. Minute an ohne seinen Trainer Torsten Lieberknecht auskommen. Er wurde wegen eines Disputs mit dem vierten Mann auf die Tribüne verbannt und musste da um den Punktgewinn bangen.

"Das ist ein Witz", kommentierte er seine dritte Strafversetzung auf die Tribüne in dieser Saison. Eine mögliche Geldstrafe will er nicht an den DFB entrichten. "Ich habe zu keinem Schiedsrichter irgendetwas gesagt. Mich verbiegt keiner. Wenn ich eine Strafe bekomme, dann entscheide ich, wohin ich die bezahle. Aber der DFB bekommt die nicht", sagte Lieberknecht bei Sky. (dpa)

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