Bayer Leverkusen : Offensiv noch ausbaufähig

In der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Regionalligisten offenbaren die Leverkusener ihre Schwächen. Im Sturm fehlt ihnen nach dem Aufall von Patrick Helmes noch die Gefahr.

Katrin Schulze[Potsdam]

Wenn das kein Einstand ist. Kaum hatte Eren Derdiyok den Platz im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion betreten, war er auch schon von einer Jubeltraube in rot-schwarz umringt. Nur kurz nach seiner Einwechslung in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den SV Babelsberg erzielte der Schweizer Zugang vom FC Basel den 1:0-Siegtreffer für seinen neuen Arbeitgeber Bayer Leverkusen. „Ich wusste, dass ich mit Derdiyok noch einen Joker auf der Bank habe“, sagte sein Trainer Jupp Heynckes nach der Partie. Die Erleichterung in seiner Stimme war nicht zu überhören. Schließlich war die Freude über das Tor gleichzeitig auch ein Ausdruck von Erlösung.

Fast 70 Spielminuten waren die Leverkusener zuvor vergebens gegen den Regionalligisten aus Potsdam-Babelsberg angerannt. Und hatten dabei sogar Glück, dass sie nicht durch Sven Hartwigs Kopfball in Rückstand gerieten – und nur ein paar Minuten später in Person von Derdiyok ihrerseits in Führung gingen. Doch wer dachte, dass Bayer angesichts des Treffers selbstbewusster aufspielen würde, der irrte. Das Team von Jupp Heynckes übte sich danach nämlich fast ausschließlich im Verteidigen. „Wir haben das Ergebnis über die Distanz gerettet“, sagte Heynckes. „Wichtig war nur, dass wir eine Runde weiter sind. An dem Rest arbeiten wir noch.“

Mit dem Rest meinte der Coach wohl in erster Linie den Zug zum Tor und die mangelnde Chancenverwertung. Ohne Angreifer Patrick Helmes, der in der vergangenen Saison 21 Treffer erzielte und nun wegen eines Kreuzbandrisses wohl die gesamte Hinrunde ausfällt, sucht der Leverkusener Sturm anscheinend noch nach seiner Torgefahr. Gegen die Babelsberger vermochte – abgesehen von Eren Derdiyoks Tor – fast nur das kreative Mittelfeld mit Toni Kroos und Renato Augusto wirklich konstruktiv nach vorne zu spielen.

„Man kann nicht erwarten, dass wir nach vier, fünf Wochen der Vorbereitung schon die Topform erreicht haben“, sagte Heynckes. „Dabei ist auch unwichtig, wie gut wir bei unseren Testspielen aufgetreten sind.“ Immerhin haben die Leverkusener keine einzige Partie vor dem Saisonauftakt in der Bundesliga verloren. Doch der in der Vorbereitung so erfolgreiche Wiederkehrer Theofanis Gekas zum Beispiel agierte am Freitagabend oft zu hastig und unglücklich. Sein Sturmpartner Stefan Kießling machte es kaum besser. Gerade in dieser Begegnung gegen den Viertligisten hätte man gesehen, wie wichtig es sei, überhaupt Tore zu machen, befand Jupp Heynckes.

Bis zum ersten Bundesliga-Spiel am kommenden Sonnabend, wenn es gegen Mainz etwas schwieriger werden dürfte als gegen den Regionalligisten, hat der Leverkusener Trainer vermutlich noch einiges zu tun. Katrin Schulze

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