Sport : Bayer Leverkusen steht dem Match gegen Udinese Calcio skeptisch gegenüber

Ralph Durry

Die Europacup-"Wunder" von Dortmund und Bremen haben Bayer Leverkusen gewarnt. "Zur Halbzeit steht es 1:0, wir müssen erst die zweite Hälfte erfolgreich hinter uns bringen", sagt Trainer Christoph Daum vor dem heutigen Drittrunden-Rückspiel (20.15 Uhr / live im DSF) gegen Udinese Calcio zurückhaltend. Mit 1:0 hatte der deutsche Vizemeister das Hinspiel zu seinen Gunsten entschieden, doch der Sieg soll nicht zu Selbstsicherheit verleiten.

Auch Bayer-Manager Reiner Calmund warnt: "Wer glaubt, wir seien schon eine Runde weiter, der täuscht sich." Es stehe noch ein hartes Stück Arbeit bevor. "Wir spielen sehr variabel und sind deshalb für den Gegner schwer auszurechnen. Aber wir müssen auch gegen Udine sehr konzentriert zu Werke gehen", erklärte Mittelfeldspieler Michael Ballack, dessen Treffer im Hinspiel die gute Ausgangsposition hergestellt hatte.

Sorgen bereitet Coach Daum der Einsatz von Nationalspieler Jens Nowotny. Der Abwehrchef laboriert an einer Oberschenkelzerrung. Der brasilianische Mittelfeldstar Emerson wird heute erneut von einer Abordnung des AS Rom in Augenschein genommen. Franco Baldini reiste von München, wo er Kiews Torjäger Sergej Rebrow beobachtet hatte, nach Leverkusen weiter. Der "Corriere dello Sport" berichtete, er sei beauftragt, die Verhandlungen mit Bayer über Emerson abzuschließen. Rom soll zehn Millionen Mark Ablöse und als Zugabe den russischen Mittelfeldspieler Dimitri Alenitschew bieten.

An der Verhandlungsposition Bayers hat sich jedoch nichts geändert, man will mit dem Ersatzkapitän der "Selecao" vorzeitig den am 30. Juni 2002 auslaufenden Vertrag verlängern. Erste Gespräche haben stattgefunden. Calmund: "Wir sind zuversichtlich, denn Emerson weiß, was er in Leverkusen hat. Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, ihn zu halten."

Udine-Trainer Luigi di Canio ist aufgrund des Hinspielresultates sowie des verletzungsbedingten Ausfalls von Giulano Giannichedda und des Niederländers Hendrik van der Vegt pessimistisch, setzt aber auf das Prinzip Hoffnung: "Wir haben nichts zu verlieren. Vielleicht ist das unsere Chance. Bayer ist in dieser Saison angetreten, die Champions League zu gewinnen. Deshalb ist dieses Spiel für uns besonders schwer."

Eine vermeintlich leichte Hausaufgabe soll für den 1. FC Kaiserslautern nicht zur Strafarbeit werden. "Gerade die Aufgaben, die leicht erscheinen, werden auf einmal schwer", erklärte FCK-Kapitän Ciriaco Sforza vor dem Uefa-Cup-Rückspiel gegen den RC Lens (heute, 18 Uhr / live in der ARD). Nach dem 2:1-Hinspielerfolg in Lens haben die Kaiserslauterer laut Trainer Otto Rehhagel eine "wunderbare Chance" auf den Einzug ins Achtelfinale. "Lens hat nichts zu verlieren. Und man hat gesehen: Es ist alles möglich", erklärte der Schweizer Nationalspieler. Sforza stand vor der Europacuppartie im Blickpunkt. Der 29-Jährige wurde von spanischen Medien mit dem FC Valencia in Verbindung gebracht. Der FCK konterte mit einem Dementi und dem Angebot einer vorzeitigen Verlängerung des 2001 auslaufenden Vertrages. Rehhagel-Kritiker Sforza, der im September eigentlich schon aussortiert war, scheint bei den Pfälzern also wieder wohl gelitten. "Nach der Weihnachtspause wird verhandelt", kündigte FCK-Vorstands-Chef Jürgen Friedrich an. Andererseits musste Sforza nach einem Schlag gegen die Achillessehne das Training am Dienstag abbrechen, sein Einsatz war so gefährdet. Der Techniker unterzog sich im Abschlusstraining am Mittwochnachmittag einem Härtetest. "Ich hoffe es geht, aber ich weiß noch nicht wie es unter Belastung aussieht", sagte Sforza.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben